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Donnerstag, 27. Juni 2013

Webtipp: Reiseregistrierung nun auch in Österreich

Vor ein paar Tagen erhielt ich vom österreichischen Außenministerium (bzw. korrekterweise das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten) eine Einladung zu einer Pressekonferenz zum Thema Reiseregistrierung. Interessanterweise nicht als Reiseveranstalterin sondern als Reisebloggerin. Da man sich die Möglichkeit Fragen zu stellen natürlich nicht entgehen lassen kann, war ich heute selbstverständlich dort.

Eingang zum Außenministerium am Minoritenplatz 8 in Wien
Das Thema war wie bereits erwähnt die Reiseregistrierung. Dabei handelt es sich um eine Webseite auf der Reisende freiwillig angeben können wann und wohin sie verreisen, inkl. Kontaktdaten wie Handynummer und E-Mail, um im Notfall für die Botschaft bzw. das Konsulat vor Ort ersichtlich zu machen wie viele Staatsbürger sich im Krisengebiet befinden bzw. evakuiert werden müssen. Die Daten werden 14 Tage nach Rückkehr aus dem Reiseland gelöscht.

Wenn man über ein Reisebüro bucht, übernimmt selbstverständlich der Reiseveranstalter die Aufgabe die Kunden zu informieren, bzw. den Rückflug zu organisieren. Die Regierung kann jedoch in gravierenden Situationen den Reiseveranstalter um Herausgabe der Kundeninformationen bitten (das ist jetzt nett formuliert, normalerweise darf man keine Kundendaten an Dritte weitergeben, ein Gesetz verpflichtet aber in solchen Fällen dazu) um das selbst zu regeln.

Wenn man aber individuell unterwegs ist, sprich sich Flug, Hotels etc. selbst zusammengekauft hat, dann ist man praktisch auf sich selbst gestellt. In solchen Fällen bietet es sich natürlich an die Reiseregistrierung zu nutzen damit im Notfall das eigene Land darüber informiert ist, dass man sich potentiell im Krisengebiet befindet. Der Reisende selbst wird selbstverständlich auch per SMS/Email informiert falls sich die Situation vor Ort verschärft oder ein Notfall eintritt.

Passend dazu gibt es auch die Auslandsservice App, die Informationen zu rund 200 Reiseländern enthält, die (wichtig!) auch offline abgerufen werden können. Auch die Kontaktdaten zu österreichischen Botschaften und Konsulaten sind natürlich inkludiert, wobei man die als Individualreisender sowieso immer bei Hand haben sollte. Wer Internet hat, kann sich über Google Maps sogar den schnellsten Weg zur nächsten Botschaft oder Konsularstelle zeigen lassen. Grundsätzlich, wenn man viel reist und den Platz dafür am Handy hat, keine schlechte Idee. Für die Funktionstüchtigkeit kann ich leider nicht bürgen, da mein Uralt-Handy für dafür keinen Platz hat.

Staatssekretär Reinhold Lopatka (links) stellt das neue Service vor
Einige Details, die erwähnt wurden sind ganz interessant: 420.000 Konsularfälle wurden 2012 betreut, das sind 4% mehr als 2011, Tendenz generell steigend. Neben Bangkok wird vor allem die Botschaft in Madrid in Anspruch genommen. Nach diversen Naturkatastrophen in den letzten Jahren wurde ein eigener Krisenraum eingerichtet und ein eigenes speziell geschultes Krisenunterstützungsteam zusammengestellt, das vor Ort geschickt wird um dort direkt den Staatsbürgern zu helfen. Der Telefondienst für besorgte Angehörige kann auf bis zu 30 Personen aufgestockt werden.

Grundsätzlich finde ich diese Reiseregistrierung sinnvoll. Wenn es die Arbeit des Außenministeriums in Krisensituationen erleichtert und diese dadurch schneller handeln können, ist das für den Reisenden auf jeden Fall ein Gewinn. Wenn man nach München oder Bibione fährt, ist es natürlich nicht notwendig sich zu registrieren. Meine Erfahrungen mit der Krisenbewältigung 2011 in Japan waren ja eher nicht so rosig, aber seitdem sind bereits über zwei Jahre vergangen, also hat sich vermutlich einiges gebessert.

In Kürze: Ich war knapp 2000km südlich von Tokyo, sprich deutlich außerhalb der Gefahrenzone. Zwar wurde der Fährbetrieb eingestellt und vorsorglich Tsunami-Warnung gegeben, aber ansonsten war alles in Ordnung. In Österreich wurde derweil gesagt, dass jeder der sich in Japan aufhält die Botschaft kontaktieren soll. Die Botschaft selbst wurde von Tokyo nach Osaka transferiert. Da mein Rückflug über Tokyo ging (am 11. war das Erdbeben, am 14. war ich in Tokyo und am 15. ging es retour nach Wien) kontaktierte ich brav die Botschaft, sagte wann ich in der Gegend bin, fragte ob ich vielleicht schauen sollte, dass ich über Osaka retour fliegen kann und wurde mit absoluter Gleichgültigkeit gestraft.

Okay, ich war nicht panisch, ich war offensichtlich in der Lage selbst Informationen einzuholen und hatte bereits mein Rückflugticket in der Hand. Ich verstehe absolut, dass die Herrschaften in der Botschaft am liebsten nichts mit mir zu tun haben wollten, da ich ja offensichtlich nichts von ihnen benötigte und sie genau so wenig wussten wie ich ob die AUA nun fliegen würde oder nicht. Sprich, mein Anruf bei der Botschaft hat absolut nichts gebracht und war Zeitverschwendung auf beiden Seiten.

Warum aber macht man dann bitte alle Angehörigen panisch und sagt denen man soll auf jeden Fall die Botschaft kontaktieren? Mein Problem ist also nicht mit der Handhabe vor Ort sondern mit der in Österreich. Zugegebenermaßen sind die Medien Hauptschuldige an jedweder Panikmache, aber bitte, die Regierung sollte auch hier in der Lage sein zu vermitteln das Japan, obwohl ein relativ kleines Land, doch sehr langgestreckt ist und nicht jeder, der im Land ist, sich praktisch im havarierten Kernkraftwerk befindet und garantiert verstrahlt wird.
Die Minoritenkirche gegenüber vom Außenministerium
Okay, Ende meiner Tirade. Hier sind alle Links:
www.reiseregistrierung.at (Links gibt es übrigens auch eine Registrierung für Auslandsösterreicher. So bleibt man immer am Laufenden was neue Gesetze, Wahlen, etc angeht).
www.auslandsservice.at (Hier gibt es die App zum Herunterladen).
www.reiseinformation.at (Hier gibt es Reiseinformationen und auch Reisewarnungen, sowie Infos über Botschaften/Konsulare und Ärzte/Anwälte. Ich würde empfehlen vor jeder Reise einen kurzen Blick hinein zu werfen. Hier z.B. zu Japan).

Ich habe mich bemüht die erhaltenen Informationen korrekt wieder zu geben. Da ich allerdings keine geschulte Journalistin bin, bitte ich um Kontaktaufnahme, falls etwas nicht stimmt. Die hier vertretene Meinung ist meine private.

Dienstag, 3. Juli 2012

Stromausfall am Flughafen Wien - Eindrücke vom Skylink


Am 5. Juni wurde der Skylink Terminal am Flughafen Wien Schwechat neu eröffnet und an dem Tag flog ich für die EURO 2012 nach Warschau. Alles klappte wunderbar. Am 3. Juli landete ich wieder in Wien und es klappte alles wunderbar bis ich die Gepäckshalle erreichte.

Wie sich schnell herausstellte hatte es einen Stromausfall in Teilen von Wien und Niederösterreich gegen von dem auch der Flughafen betroffen war. Hier ein paar Eindrücke von meiner 3-stündigen Wartezeit in brütender Hitze.

Frustrierte Gesichter in der Gepäckhalle.
Und noch mehr frustrierte Gesichter...
Die Menschenmassen waren gewaltig...
Obwohl immer mehr Gepäck auftauchte lichteten sich die Massen nur spärlich.
Nicht abgeholtes Gepäck am Ende der Halle.
Da es keine Sitzgelegenheiten gab, blieb nichts anderes übrig als sich auf den Boden zu setzen.
Zum Glück wurde reichlich Wasser von der Feuerwehr und dem Flughafenpersonal verteilt.
Endlich nach gefühlten Ewigkeiten mein Flug!
Am Ausgang eine handgeschriebe Infotafel.
Mein bestelltes Taxi war zum Glück noch da. Vielen Dank an Airport Driver für das zuverlässige Service!

Sonntag, 13. November 2011

Österreich: Auf der Donau durch Wien mit der MS Nestroy

Nachdem wir am Vortag von Wien nach Bratislava gefahren waren, ging es in der Nacht bereits wieder stromaufwärts retour nach Wien.

Die Nacht war etwas anstrengend. Da unsere Kabine am untersten Deck und noch dazu die vorletzte von hinten war, war der Schiffsmotor entsprechend laut zu hören. Ich hatte mich jedoch vorher über die MS Nestroy informiert und Oropax mit. Mit denen ging es eigentlich ganz gut. Mitten in der Nacht wurde es irgendwann leise und ich nahm die Dinger wieder raus, aber dann ging es wieder mit Volldampf weiter. Wie sich später herausstellte war ein Frachtschiff auf der Donau havariert und hatte uns aufgehalten. Dank dieser Verspätung fuhren wir aber bei Tageslicht durch Wien!

Um 06:30 weckte mich mein Handy, aber ein Blick aus dem Fenster sagte mir sofort, dass Aufstehen sinnlos war: draußen waberte nur eine Nebelwand. Nicht einmal das Wasser war zu sehen. Um kurz nach 7:00 weckte uns dann eine Durchsage des Reiseleiters und kurz darauf fuhren wir in die Schleuse Freudenau ein. Zeit zum Frühstücken!

Es gab ein reichliches Frühstücksbuffet mit Wurst und Käse (auch die Reste von der Käseauswahl vom Vorabend, hmmmm), sowie verschiedenes Obst, Joghurts, Cornflakes und seltsamerweise gebratenen Speck, Würstchen und dazu (Pulver-) Eierspeis. Für die britischen/amerikanischen Gäste vielleicht? Am besten war wieder das Gebäck, vor allem dieses krustige Brot, seufz, ich wünschte das gäbe es irgendwo zu kaufen.

Als wir aus der Schleuse ausfuhren holte ich meine Ausrüstung und schon ging es wieder auf das diesmal mit Raureif besetzte Sonnendeck. Der Nebel hatte sich zum Glück inzwischen aufgelöst. Aber genug geplaudert, hier ein paar Eindrücke von einem Morgen auf der Donau!
Aufgehende Sonne über der Donau mit Donauinsel links
Mexiko-Kirche mit Flussschiff im Vordergrund
Unter der Reichsbrücke hindurch! Das Rot-Weiß-Rote Zeichen ist nicht die österreichische Flagge sondern zeigt, dass die Schiffe hier nicht durchfahren sollen (Gegenverkehr!)
Anlegestelle bei der Reichsbrücke, allerdings ganz leer
Fischer-Hausboote, Donauinsel und der Donauturm
Blick retour auf die Silhouette der Mexiko-Kirche und die Anlegestelle Reichsbrücke
Sonne spiegelt sich im Fahrwasser mit Reichsbrücke im Hintergrund
Schwanen- und Möwenversammlung am Ufer
Die Sonne spiegelt sich im Milleniumtower mit dem Mond rechts davon
Das Schulschiff! Ein Gymnasium befindet sich hier.
Und wieder eine Brücke!
Kajak-Fahrer am Morgen
Einfahrt zum Donaukanal
Zu dem Zeitpunkt hatte mein Freund uns schon ausgecheckt. Letztendlich betrug unsere Rechnung für die Getränke €18,50. Für nicht einmal 24 Stunden doch ein stolzes Sümmchen. Ich nehme aber an, dass man auf längeren Reisen einfach auch ein Mineralwasser im Zimmer hat. Wir haben uns ja auch beide eine leckere heiße Schokolade mit Schlag gegönnt und die war eigentlich mit €2,90 nicht wirklich teuer. Es hält sich also die Waage. Außerdem war noch Trinkgeld fällig. Empfohlen sind €6 pro Tag pro Person für das Personal und €1 pro Tag pro Person für den Reiseführer. Wenn man mit dem Service nicht zufrieden ist, kann man auch weniger geben. Das Personal ist aber traditionsgemäß von diesem Trinkgeld abhängig, also am besten von Anfang an einkalkulieren ins Reisebudget. Wir hatten beim Service wirklich nichts zum meckern.

In der Zwischenzeit waren auch bereits einige Zimmer geputzt worden und ich nutzte die Gelegenheit für Fotos von der Suite und einem Zimmer am obersten Deck.
Gang zu den Kabinen
Die Suite mit Doppelbett und Sofa
Die Kabine war ident mit unserer, mit Ausnahme der großen Fenster natürlich!
Ich war ziemlich überrascht, dass die Kabinen, mit Ausnahme der Suiten, komplett ident sind. Der einzige Unterschied ist, dass am Grillparzerdeck (dem untersten) nur ein zwei kleine Fenster auf Schulterhöhe sind, während die anderen Decks einen französischen Balkon haben, bei dem man das Fenster öffnen kann. Nachdem die kleinen Sofas nicht wirklich bequem sind und nicht jeder tagsüber im Bett liegen/sitzen mag, werden die meisten wohl trotz schöner Aussicht den Tag wie wir im Salon und auf dem Sonnendeck verbringen. Wenn ich persönlich eine längere Reise mit dem Schiff machen würde, dann vermutlich in der Suite, da das wirklich ein Raum ist in dem man sich auch so gerne aufhält.

Was mich auch etwas gestört hat, was aber vermutlich unvermeidlich ist, sind die "Raucherzonen". Das Schiff selbst ist Nichtraucherzone. Das bedeutet natürlich, dass sich in den Aufgängen zum Sonnendeck, am Sonnendeck selbst und der schönen Outdoor Lounge vorne am Schiff (Teil des Salons) die ganzen Raucher stapeln. Das war bei den derzeitigen Temperaturen jetzt nicht so schlimm, wird aber bei besserem Wetter wahrscheinlich für Nichtraucher und Outdoorjunkies wie mich ein Problem. Die Outdoor Lounge ist dann vermutlich überhaupt nicht mehr verwendbar :( Aber das ist eben der Preis, denn man dafür zahlt, wenn man Raucher nach draußen verbannt. Ich glaub' sowohl Raucher als auch Nichtraucher sind damit nicht zufrieden, aber irgendwie muss man sich ja arrangieren, nicht wahr?
Rückkehr nach Wien Nußdorf
Leopoldsberg mit Leopoldsbergkirche und -Burg von Nußdorf aus gesehen
Abreise
Das war erst meine zweite Donaukreuzfahrt, und die erste mit Übernachtung. Ich muss sagen ich war selbst überrascht wie gut es mir gefallen hat und kann mir eine Reise bis zum Schwarzen Meer eigentlich gut vorstellen. Allerdings hat das noch Zeit :) In 20 Jahren ist die Donau ja hoffentlich immer noch da. Bis dahin erkunde ich den Rest der Welt noch etwas genauer.

Samstag, 12. November 2011

Österreich: Mit der MS Nestroy von Wien nach Bratislava

Am Freitag erhielt ich das Angebot am Wochenende gratis mit der MS Nestroy eine "Martini Gansl" Fahrt nach Bratislava mitzumachen. Da mein Lebensgefährte zusagte mitzukommen buchte ich sofort die letzte verfügbare Kabine und am Samstag um 13:00 ging es auch schon los!
Unser Schiff: Die MS Nestroy aus Basel
Eingang zur Nestroy
An der Rezeption wurden wir schon erwartet (wir waren die Vorletzten... ahem) und bekamen zwei Zimmerschlüssel und zwei Getränkekarten mit denen wir alle Getränke an Board auf unsere Zimmerrechnung setzten konnten. Das Mittagsbuffet war jedoch schon zugange weswegen wir nur schnell unser Gepäck ins Zimmer legten und in den Speise-Salon gingen. Es gab Fisch oder Rindfleisch als Hauptspeise, eine Paprika-Creme Suppe als Vorspeise, eine gute Salatauswahl und diverse Beilagen. Obwohl alle Gäste gemeinsam essen gab es kein Gedränge, aber dann waren wir auch relativ spät da. Wir erhielten unsere Tischnummer am Eingang und dort saßen wir dann auch für den Rest der Fahrt.
Rindfleisch mit Paprika, Erdäpfel und Gemüse
Das Essen war sehr lecker, vor allem die Sauce schmeckte mir sehr gut. Die Getränke waren so so bepreist. Eine Cola für €2,40 und ein Mineral für €2,10. Dafür kann man sich vollstopfen so viel man will. Als Nachspeise gab es noch dazu Kaiserschmarrn mit Powidl-Sauce. Der Kaiserschmarrn war mit irgendwelchen Nuss-Splittern (und zum Glück ohne Rosinen) und hat sich super mit der sauren Sauce kombiniert. Ich sag's euch, Buffets werden irgendwann einmal mein Todesurteil sein :)

Während dem Essen war das Schiff bereits losgefahren und fuhr mit einem Affentempo die Donau hinab. Meine Rettung, sonst hätte ich mir sicher Nachschlag geholt. Also ins Zimmer um meinen Fotoapparat zu holen und dann gleich warm verpackt aufs Sonnendeck, das dank des schönen Wetters seinem Namen alle Ehre machte. Auch wenn der Fahrtwind doch sehr kalt war.
Donauinsel mit einem Wolkenkratzer der Donau-City im Hintergrund
Sehr lustig waren vor allem die Brücken in Wien. Da diese ziemlich niedrig sind wurde uns gesagt wir sollten uns bücken. Es stand extra jemand von der Crew am Deck um darauf zu achten das keiner von uns eine Brücke übersah. Mein Freund meinte noch das wäre ein Scherz, aber dem war nicht so! Die Brücke der Nestroy fuhr sich sogar ein um nicht anzustoßen!
Reichsbrücke in Wien droht uns zu köpfen, naja fast...
Aber kein Scherz. Die Brücken waren zum Teil wirklich so tief, dass man sich ernsthaft weh getan hätte. Vor allem da bei einigen noch dazu Abflussrohre raushängen (also doppelt achtgeben, wenn es regnet, aber da ist man vermutlich nicht an Deck).
Die einzige Hängebrücke Wiens, ursprünglich als Entlastung für die Autobahnbrücke während der Reparaturen an letzterer gebaut.

Es ging vorbei am Stadium und dem Schwesternschiff, der MS Princess Sophie und dann sahen wir einen Wiener buddhistischen Tempel, der lt. Reiseführer vor über 10 Jahren von den Hare Krishna erbaut wurde. Ich konnte keine Infos über ihn finden, weiß jemand genaueres? Man sieht schon, die Wiener wissen weniger über Wien als die meisten Touristen :)
Buddhistischer Tempel (?)
Als nächstes erreichten wir auch schon die Schleuse Freudenau. Aufgrund des Kraftwerks steht das Wasser auf Wien-Seite deutlich höher. Die Schleuse ist übrigens lt. Reiseführer kostenlos zu passieren. Das ist ja eher die Ausnahme. Während wir warteten versammelten sich jede Menge Möwen um uns die in der Schleuse gegenüber Fische fingen. Ja, wirklich!
Schleuse Freudenau
Vermutlich Lachmöwe (Larus ribibundus, hinten) und eine deutlich größere Möwe
Lachmöwe beim Verzerren eines Fisches
Lachmöwe verschwindet mit der Beute
Nach ca. einer halben Stunde in der ich mich etwas aufwärmen konnte, ging es weiter.
Die Pforten der Schleuse Freudenau öffnen sich
Donauinsel links und Flugzeug im Anflug auf den Flughafen Schwechat
Kormorane und Stockenten entlang des Donauufers
Pipeline vom Ölhafen Lobau über die Donau
Das Ende der Donauinsel
 Die Donauinsel wurde als Überschwemmungsschutz für Wien gebaut und ist eins der schönsten Naherholungsgebiete von Wien. Meistens erkennt man nicht einmal, dass sie künstlich geschaffen wurde. Die Neue Donau ist eigentlich nur ein Entlastungsgerinne. Bei Hochwasser wird das überzählige Wasser dort durchgeschleust und dann versinkt das Ufer der Neuen Donau über die Treppelwege hinaus. Zurück bleibt dann jede Menge Schlamm. Zum Glück passiert das nicht oft.

Ab hier bis nach Bratislava geht es die Donauauen entlang. Es gibt nur einige Fischerhütten die aufgrund lebenslanger Pachtverträge im Naturschutzgebiet stehen dürfen. Sonst ist es ziemlich menschenverlassen. Dennoch gibt es immer wieder Spuren der Zivilisation.
Rettungshubschrauber des ÖAMTC über unserem Schiff
Fischer-Hütte in den Donau-Auen
Schlingpflanzen auf ihren Opfern
Umgeworfene Bäume am Donauufer
Kiesstrände der Donau (beliebtes Brutgebiet und deswegen ist das Betreten in der Brutzeit strengstens verboten)
Gedenk-Strauß für die "Opfer der Donau" am Ufer
Strommasten durch das Naturschutzgebiet
Potentieller Seitenarm der Donau bei höherem Wasserstand
Donauwindung im Nationalpark
Uferhaus in Orth an der Donau







































In Orth an der Donau trieb mich die Kälte dann unter Deck. Rechtzeitig zu "Kaffee und Kuchen Time." Es gab eine große Auswahl an Kuchen, dazu entweder Kaffee oder Meßmer Tee. Diesmal jedoch ging es nicht ohne Anstellen, zumindest wenn man beim Kuchen noch eine Auswahl haben wollte. Aus dem Salon beobachten wir wie das Donauufer an uns vorbeizog. Während ich an Deck gewesen war, hatte mein Freund wohlweißlich im Salon ausgeharrt (ein Kännchen Tee €3,40) und dem Vortrag des Reiseleiters über die Donau gelauscht. Leider waren seine Scherze oft etwas zu nationalistisch angehaucht... manche haben es anscheinend bis heute nicht verkraftet, dass wir nicht mehr in einer Monarchie leben.

Zum Sonnenuntergang ging es noch einmal kurz aufs Deck.
Sonnenuntergang auf der Donau
Brennender Wald
Kurz nach Sonnenuntergang kamen wir in Bratislava an. Das Schiff parkte unter dem Novy Most, der Brücke mit dem UFO für die, die schon in Bratislava waren.
Novy Most in Bratislava mit dem UFO-Restaurant/Aussichtsplattform
Die meisten Passagiere gingen hier von Board, entweder mit der geführten Tour (€15 inkl. Bummelzug) oder auf eigene Faust. Mein Freund und ich entschieden uns an Board zu bleiben und zu Lesen. Deswegen hier nur ein verwackeltes Bild des Schlosses vom Sonnendeck aus geschossen.
Das Schloss von Bratislava vom Steg aus gesehen
Nach ca. 2h kamen die Passagiere langsam retour. Ich hatte heiß geduscht, da ich immer noch durchgefroren war (schöne starke, heiße Dusche in der Kabine) und mich etwas zurechtgemacht. Die Kleidung war zwar leger an Board, aber zum Abendessen macht es doch etwas Spaß sich etwas Hübsches anzuziehen :)

Es gab eine leckere Vorspeise, dann Tomatencreme-suppe (sehr würzig) und dann kam der Hauptgang: Das Martini-Ganserl. Lt. Legende wollte der heilige Martin nicht Bischoff werden und versteckte sich vor der Meute im Gänsestall. Die jedoch schrien los wie wild und verrieten sein Versteck. Deswegen werden die Gänse zu Martini (11.11.) nun gemeuchelt und gegessen. Irgendwie seltsam oder? Man sollte sie eigentlich ehren, da die Menschen Martin ja finden wollten, oder? Stattdessen werden sie gemästet und geschlachtet... nicht sehr dankbar, wie ich finde.
Ganserl mit Kastanien, Kohlsprossen, Kartoffelknödel, Apfelkraut und Röstapfel
Gut war es trotzdem... auch wenn ich mich deswegen jetzt etwas schuldig fühle. Mein Freund hatte das Alternativgericht bestellt und das waren: Asiatische Nudeln mit Gemüse.
Asiatische Nudeln mit Gemüse
So lecker wie das Ganserl inkl. Beilagen war, so grauslich waren die Nudeln. Das Gemüse und die Nudeln waren komplett zerkocht und das Ganze mit irgendeinem Gewürz zugerichtet, sodass man außer dieser Schärfe nichts anderes mehr schmecken konnte. Mein Beileid allen Vegetariern...

Als Nachspeise hatte man die Wahl zwischen Mousse au Chocolat (lt. meinem Freund lecker), Obstplatte und Käsebuffet. Ich habe mich für letzteres entschieden und der Käse war sooooo gut. Dazu gab es noch ein tolles Mischbrot mit frisch-knackiger Kruste wie man es heutzutage praktisch nirgendwo mehr kriegt. Im Großen und Ganzen war es also ein sehr gutes Menü mit Ausreisern. Vor allem das Service war auch sehr gut!

Danach ging es retour in unsere Kabine, wo man schon die Betten runter geklappt hatte und ein Milka Naps aufs Kopfkissen gelegt hatte. Noch ein bißchen gelesen und dann gingen wir auch schon schlafen.

In der Nacht ging es bereits stromaufwärts wieder retour nach Wien.
Bett in unserer Kabine

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