Sonntag, 4. Januar 2009

Japan: Tag 11: Shirahama

Der Strand von Shirahama

Heute ging es mit dem Kuroshio Expresszug nach Shirahama in der Präfektur Wakayama. Leider hatte ich nicht bedacht, dass zu Neujahr sehr viele Leute zu ihren Familien reisen und deswegen war der Zug zum Brechen voll. Meine Mutter fand zwar einen Platz im Raucherabteil, ich weigerte mich jedoch dort rein zu gehen und wartete über eine Stunde bis ein Platz im normalen Abteil frei wurde. Es hätte sich ausgezahlt Plätze zu reservieren, was ja mit dem Railpass gratis möglich ist, aber ich hatte mich für mehr Flexibilität entschieden. Üblicherweise ja kein Problem, aber diesmal...

Jedenfalls kamen wir unbeschadet in Shirahama an. Unsere Koffer hatten wir aus Osaka in unser nächstes Hotel nach Kyoto geschickt, somit mussten wir nur unsere Trolleys hinter uns herziehen. Da die Station ein schönes Stück vom Meer entfernt ist, nahmen wir den Bus zum Strand der der Stadt dem Namen gab. Shirahama bedeutet nämlich "weißer Strand". Wie mir ein Einheimischer mal erzählte wurde dieser weiße Sand bei einem Sturm davon gefegt und daraufhin ein Schiff voll Sand von der australischen Gold Coast herbeordert um den Strand wieder aufzufüllen. Seitdem ist die Bucht auch mit Wellenbrechern geschützt.

In nur 3 Minuten Gehweite zum Strand befand sich unser Hotel, leider jedoch ohne Meerblick. Das Wetter war ein absoluter Traum, wenn auch ziemlich kalt. Nach einem Spaziergang am Strand nahmen wir den Bus zur nahen Sehenswürdigkeit Senjo Jiki, den "Tausend Tatamimatten", einen Teil der Küste, der vom Meer ganz weich und eben geformt wurde. Viele hatten sich in dem weichen Sandstein dort mit ihren Namen verewigt. Wir genossen den Anblick während sich die Sonne langsam dem Horizont näherte. Da es aber eisig kalt war, gingen wir ein Stück den nahen Hügel hinauf zu einem Onsen.

Senjo Jiki im Abendlicht

Im sogenannten Onsen Park gibt es hautsächlich Rotenburo, das sind Bäder die an der frischen Luft angebracht sind. Aufgrund der Lage hatte man von dort einen wunderbaren Blick aufs Meer und den Sonnenuntergang während man im heißen Wasser saß. Unglaublich war auch wie sich das Wasser immer mehr schwarz färbte, bis es kurz bevor die Sonne verschwand wirklich pechschwarz wurde.

Weihnachtsbeleuchtung am Strand

Nachdem wir uns die Kälte aus den Gliedern gebadet hatten, ging es wieder zurück zum Hotel. Unterwegs gab es noch eine Kleinigkeit zu essen, leider hatten jedoch nur die kleinen Strandlokale offen, alle mit demselben limitierten Menü. Danach machten wir wieder einen Spaziergang am Strand, wo inzwischen die "Weihnachtsbeleuchtung" aufgedreht worden war. Da es aber zu kalt war, entschlossen wir uns etwas im Hotel zu warten. Kurz vor Zehn gingen wir dann noch beim Koreaner ums Eck etwas essen und dann wieder zum Strand. Ab 10:30 sollten dort an 1000 Leute gratis "toshikoshi soba" verteilt werden. Ein traditionelles Nudelgericht zu Silvester. Als wir jedoch hin kamen standen schon sicher an die 500 Leute in einer elend langen Schlange an. So sehr wollten wir dann doch nicht traditionell sein.

Wir verzogen uns wieder ins Hotel und sahen uns das Kohaku Utagassen ein. Ein Gesangswettbewerb der immer zu Silvester stattfindet. Die bekanntesten Lieder des Jahres werden vorgestellt und die Sänger und Sängerinnen dabei in rot und weiß unterteilt. Entweder gewinnt die rote oder die weiße Gruppe. Eigentlich nur ein Vorwand um das Jahr musikalisch Revue passieren zu lassen, aber etwas das von fast jedem japanischen Haushalt im Kreis der Familie angesehen wird.

Feuerwerk mit Shirahama im Hintergrund

20 Minuten vor Mitternacht kehrten wir dann an den Strand zurück und suchten uns einen guten Platz fürs Feuerwerk. Eine Minute vor Jahreswechsel begann das abzählen doch etwas verfrüht erleuchtete ein 2009 den Strand. Wir stießen mit unserem Pflaumenwein an und gleich darauf begann doch das Feuerwerk, das kurz (vielleicht 5 Minuten) dafür aber sehr schön war.

So schööööön!

Das Finale

Danach raste ich zum Schrein nebenan um mir eins von 100 Glücksmochi (Reiskuchen) zu sichern. Diesmal war ich unter den ersten und genoss mein leckeres Mochi während meine Mutter etwas geekelt verzichtete. Jährlich gibt es immer wieder, vor allem ältere Menschen, die an diesen klebrigen Dingern ersticken. Sie sind sogar so klebrig, dass empfohlen wird einen Staubsauger zum absaugen zu verwenden, da ihnen mit normalen Mitteln sonst nicht beizukommen ist! Ich finde sie trotzdem sehr, sehr lecker.

Feuergrube im Schrein von Shirahama

Während wir uns um ein großes im Boden eingelassenes Feuer drängten um uns zu wärmen, ließen lokale Leute in kurzen Hosen die Taiko Trommeln erbeben während sich die Leute zum Hatsumode, dem ersten Schreinbesuch des Jahres, anstellten um ihre Neujahrwünsche zu deponieren. Ein ziemlicher Trubel, aber trotzdem sehr nett mit sehr guter Stimmung. Nachdem ich noch mit einem Mädchen, das unbedingt im Ausland studieren wollte, geplaudert hatte, kehrten wir kurz nach eins ins Hotel zurück und schliefen sofort ein.

Shirahama
Shirahama Onsen Park (nur Japanisch)

1 Kommentare:

Priska hat gesagt…

Wow - als ich mir das Foto angesehen habe, hab ich gedacht da hats 30 Grad oder so. Der Strand verlockt ja total zum Reinspaziern. :) Echt schönes Foto!

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