Samstag, 12. November 2011

Österreich: Mit der MS Nestroy von Wien nach Bratislava

Am Freitag erhielt ich das Angebot am Wochenende gratis mit der MS Nestroy eine "Martini Gansl" Fahrt nach Bratislava mitzumachen. Da mein Lebensgefährte zusagte mitzukommen buchte ich sofort die letzte verfügbare Kabine und am Samstag um 13:00 ging es auch schon los!

Unser Schiff: Die MS Nestroy aus Basel
Eingang zur Nestroy
An der Rezeption wurden wir schon erwartet (wir waren die Vorletzten... ahem) und bekamen zwei Zimmerschlüssel und zwei Getränkekarten mit denen wir alle Getränke an Board auf unsere Zimmerrechnung setzten konnten. Das Mittagsbuffet war jedoch schon zugange weswegen wir nur schnell unser Gepäck ins Zimmer legten und in den Speise-Salon gingen. Es gab Fisch oder Rindfleisch als Hauptspeise, eine Paprika-Creme Suppe als Vorspeise, eine gute Salatauswahl und diverse Beilagen. Obwohl alle Gäste gemeinsam essen gab es kein Gedränge, aber dann waren wir auch relativ spät da. Wir erhielten unsere Tischnummer am Eingang und dort saßen wir dann auch für den Rest der Fahrt.
Rindfleisch mit Paprika, Erdäpfel und Gemüse
Das Essen war sehr lecker, vor allem die Sauce schmeckte mir sehr gut. Die Getränke waren so so bepreist. Eine Cola für €2,40 und ein Mineral für €2,10. Dafür kann man sich vollstopfen so viel man will. Als Nachspeise gab es noch dazu Kaiserschmarrn mit Powidl-Sauce. Der Kaiserschmarrn war mit irgendwelchen Nuss-Splittern (und zum Glück ohne Rosinen) und hat sich super mit der sauren Sauce kombiniert. Ich sag's euch, Buffets werden irgendwann einmal mein Todesurteil sein :)

Während dem Essen war das Schiff bereits losgefahren und fuhr mit einem Affentempo die Donau hinab. Meine Rettung, sonst hätte ich mir sicher Nachschlag geholt. Also ins Zimmer um meinen Fotoapparat zu holen und dann gleich warm verpackt aufs Sonnendeck, das dank des schönen Wetters seinem Namen alle Ehre machte. Auch wenn der Fahrtwind doch sehr kalt war.
Donauinsel mit einem Wolkenkratzer der Donau-City im Hintergrund
Sehr lustig waren vor allem die Brücken in Wien. Da diese ziemlich niedrig sind wurde uns gesagt wir sollten uns bücken. Es stand extra jemand von der Crew am Deck um darauf zu achten das keiner von uns eine Brücke übersah. Mein Freund meinte noch das wäre ein Scherz, aber dem war nicht so! Die Brücke der Nestroy fuhr sich sogar ein um nicht anzustoßen!
Reichsbrücke in Wien droht uns zu köpfen, naja fast...
Aber kein Scherz. Die Brücken waren zum Teil wirklich so tief, dass man sich ernsthaft weh getan hätte. Vor allem da bei einigen noch dazu Abflussrohre raushängen (also doppelt achtgeben, wenn es regnet, aber da ist man vermutlich nicht an Deck).
Die einzige Hängebrücke Wiens, ursprünglich als Entlastung für die Autobahnbrücke während der Reparaturen an letzterer gebaut.

Es ging vorbei am Stadium und dem Schwesternschiff, der MS Princess Sophie und dann sahen wir einen Wiener buddhistischen Tempel, der lt. Reiseführer vor über 10 Jahren von den Hare Krishna erbaut wurde. Ich konnte keine Infos über ihn finden, weiß jemand genaueres? Man sieht schon, die Wiener wissen weniger über Wien als die meisten Touristen :)
Buddhistischer Tempel (?)
Als nächstes erreichten wir auch schon die Schleuse Freudenau. Aufgrund des Kraftwerks steht das Wasser auf Wien-Seite deutlich höher. Die Schleuse ist übrigens lt. Reiseführer kostenlos zu passieren. Das ist ja eher die Ausnahme. Während wir warteten versammelten sich jede Menge Möwen um uns die in der Schleuse gegenüber Fische fingen. Ja, wirklich!
Schleuse Freudenau
Vermutlich Lachmöwe (Larus ribibundus, hinten) und eine deutlich größere Möwe
Lachmöwe beim Verzerren eines Fisches
Lachmöwe verschwindet mit der Beute
Nach ca. einer halben Stunde in der ich mich etwas aufwärmen konnte, ging es weiter.
Die Pforten der Schleuse Freudenau öffnen sich
Donauinsel links und Flugzeug im Anflug auf den Flughafen Schwechat
Kormorane und Stockenten entlang des Donauufers
Pipeline vom Ölhafen Lobau über die Donau
Das Ende der Donauinsel
 Die Donauinsel wurde als Überschwemmungsschutz für Wien gebaut und ist eins der schönsten Naherholungsgebiete von Wien. Meistens erkennt man nicht einmal, dass sie künstlich geschaffen wurde. Die Neue Donau ist eigentlich nur ein Entlastungsgerinne. Bei Hochwasser wird das überzählige Wasser dort durchgeschleust und dann versinkt das Ufer der Neuen Donau über die Treppelwege hinaus. Zurück bleibt dann jede Menge Schlamm. Zum Glück passiert das nicht oft.

Ab hier bis nach Bratislava geht es die Donauauen entlang. Es gibt nur einige Fischerhütten die aufgrund lebenslanger Pachtverträge im Naturschutzgebiet stehen dürfen. Sonst ist es ziemlich menschenverlassen. Dennoch gibt es immer wieder Spuren der Zivilisation.
Rettungshubschrauber des ÖAMTC über unserem Schiff
Fischer-Hütte in den Donau-Auen
Schlingpflanzen auf ihren Opfern
Umgeworfene Bäume am Donauufer
Kiesstrände der Donau (beliebtes Brutgebiet und deswegen ist das Betreten in der Brutzeit strengstens verboten)
Gedenk-Strauß für die "Opfer der Donau" am Ufer
Strommasten durch das Naturschutzgebiet
Potentieller Seitenarm der Donau bei höherem Wasserstand
Donauwindung im Nationalpark
Uferhaus in Orth an der Donau







































In Orth an der Donau trieb mich die Kälte dann unter Deck. Rechtzeitig zu "Kaffee und Kuchen Time." Es gab eine große Auswahl an Kuchen, dazu entweder Kaffee oder Meßmer Tee. Diesmal jedoch ging es nicht ohne Anstellen, zumindest wenn man beim Kuchen noch eine Auswahl haben wollte. Aus dem Salon beobachten wir wie das Donauufer an uns vorbeizog. Während ich an Deck gewesen war, hatte mein Freund wohlweißlich im Salon ausgeharrt (ein Kännchen Tee €3,40) und dem Vortrag des Reiseleiters über die Donau gelauscht. Leider waren seine Scherze oft etwas zu nationalistisch angehaucht... manche haben es anscheinend bis heute nicht verkraftet, dass wir nicht mehr in einer Monarchie leben.

Zum Sonnenuntergang ging es noch einmal kurz aufs Deck.
Sonnenuntergang auf der Donau
Brennender Wald
Kurz nach Sonnenuntergang kamen wir in Bratislava an. Das Schiff parkte unter dem Novy Most, der Brücke mit dem UFO für die, die schon in Bratislava waren.
Novy Most in Bratislava mit dem UFO-Restaurant/Aussichtsplattform
Die meisten Passagiere gingen hier von Board, entweder mit der geführten Tour (€15 inkl. Bummelzug) oder auf eigene Faust. Mein Freund und ich entschieden uns an Board zu bleiben und zu Lesen. Deswegen hier nur ein verwackeltes Bild des Schlosses vom Sonnendeck aus geschossen.
Das Schloss von Bratislava vom Steg aus gesehen
Nach ca. 2h kamen die Passagiere langsam retour. Ich hatte heiß geduscht, da ich immer noch durchgefroren war (schöne starke, heiße Dusche in der Kabine) und mich etwas zurechtgemacht. Die Kleidung war zwar leger an Board, aber zum Abendessen macht es doch etwas Spaß sich etwas Hübsches anzuziehen :)

Es gab eine leckere Vorspeise, dann Tomatencreme-suppe (sehr würzig) und dann kam der Hauptgang: Das Martini-Ganserl. Lt. Legende wollte der heilige Martin nicht Bischoff werden und versteckte sich vor der Meute im Gänsestall. Die jedoch schrien los wie wild und verrieten sein Versteck. Deswegen werden die Gänse zu Martini (11.11.) nun gemeuchelt und gegessen. Irgendwie seltsam oder? Man sollte sie eigentlich ehren, da die Menschen Martin ja finden wollten, oder? Stattdessen werden sie gemästet und geschlachtet... nicht sehr dankbar, wie ich finde.
Ganserl mit Kastanien, Kohlsprossen, Kartoffelknödel, Apfelkraut und Röstapfel
Gut war es trotzdem... auch wenn ich mich deswegen jetzt etwas schuldig fühle. Mein Freund hatte das Alternativgericht bestellt und das waren: Asiatische Nudeln mit Gemüse.
Asiatische Nudeln mit Gemüse
So lecker wie das Ganserl inkl. Beilagen war, so grauslich waren die Nudeln. Das Gemüse und die Nudeln waren komplett zerkocht und das Ganze mit irgendeinem Gewürz zugerichtet, sodass man außer dieser Schärfe nichts anderes mehr schmecken konnte. Mein Beileid allen Vegetariern...

Als Nachspeise hatte man die Wahl zwischen Mousse au Chocolat (lt. meinem Freund lecker), Obstplatte und Käsebuffet. Ich habe mich für letzteres entschieden und der Käse war sooooo gut. Dazu gab es noch ein tolles Mischbrot mit frisch-knackiger Kruste wie man es heutzutage praktisch nirgendwo mehr kriegt. Im Großen und Ganzen war es also ein sehr gutes Menü mit Ausreisern. Vor allem das Service war auch sehr gut!

Danach ging es retour in unsere Kabine, wo man schon die Betten runter geklappt hatte und ein Milka Naps aufs Kopfkissen gelegt hatte. Noch ein bißchen gelesen und dann gingen wir auch schon schlafen.

In der Nacht ging es bereits stromaufwärts wieder retour nach Wien.
Bett in unserer Kabine

2 Kommentare:

chochajin hat gesagt…

Wow, netter Wochenendausflug! :)
Die Lachmöve hast du ja echt super gut erwischt! Toll!
Die asiatischen Nudeln sehen irgendwie nicht so lecker aus (x__X) ...
Was sind das denn für Bäume, die so schön gelb geworden sind?

Silvia hat gesagt…

Also das bei der Hütte sind eindeutig Birken :) Ansonsten ist dein Tipp so gut wie meiner: http://www.donauauen.at/?area=nature&subarea=flora&category=trees&pageindex=1

Die Nudeln waren wirklich nicht besonders...

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