Sonntag, 27. Februar 2011

Japan: Yonaguni Unterkunft und Sightseeing

Die berühmten Yonaguni Wildpferde
 Am Flughafen von Yonaguni wartete bereits eine junge Frau mit einem Schild für das Sakihara-sou auf uns (es waren noch zwei weitere Gäste in meinem Flieger). Der Weg führte ins nahe gelegene Sonai, wo sich diese nette Privatpension befand. Wir wurden zuerst mit einem Glas kaltem Tee empfangen und dann auf unsere Zimmer geführt. Ich bekam ein schönes Tatami-Zimmer im ersten Stock, lt. Besitzerin das schönste in der Pension! Es hatte an drei Seiten Fenster und ein kleinen Hartholzteil mit Sitzecke. Leider habe ich nur ein Foto mit zugezogenen Vorhängen.
Mein Zimmer im Sakihara-sou
Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Gemeinschaftsraum, wo auch gefrühstückt und abend gegessen wird. Dort gibt es auch einen Laptop mit dem man ins Internet kann. Während meines Aufenthalts gab es aber inselweit für fast zwei Tage Internetausfall, so ist das eben auf so entlegenen Inselchen :) Also nicht drauf verlassen.

Im Gemeinschaftsraum traf ich dann wieder auf K-san, der mit mir gemeinsam eingetroffen war. Er hatte sich in der Zwischenzeit ein Mietauto geholt. Als er hörte, dass ich ebenfalls eines holen will, lud er mich auf eine Inselrundfahrt ein. Die Pensionsbesitzerin erklärte mir, dass Herr K. ein Stammkunde sei und dadurch ausreichend beruhigt stimmte ich zu (normalerweise würde ich niemanden empfehlen bei unbekannten Männern ins Auto zu steigen, vor allen keinen alleinreisenden Frauen). Herr K. erwies sich als ein wunderbarer Tourguide, ohne ihn, hätte ich vieles nicht erfahren oder gesehen, ein wahrer Glücksgriff also! Nochmals vielen Dank an Herrn K. an dieser Stelle. Er hat selbst auch ein Reiseblog (japanisch), auch wenn er aufgrund des Erdbeben und Tsunami kurz nach der Reise über dieselbe keine Einträge geschrieben hat.

Copyright Ishigaki City Tourist Association
Von Sonai aus (im Norden der Insel) fuhren wir entlang von Zuckerrohrfelder an eine kleine Bucht, die uns die Pensionsbesitzerin empfohlen hatte. Um dorthin zu kommen musste man jedoch durchs Zuckerrohr (es gab einen kleinen Pfad) und dann einen steilen Pfad an der Klippe herunterklettert. Etwas, dass ich allein sicher nie getan hätte. Die Bucht war es aber wert. Makelloser weißer Sand, türkisblaues Wasser das sich in wohlgeformten Wellen am Riff brach und beeindruckende Felsen in der Brandung.

Namenlose Bucht auf Yonaguni
Hereinkommende Flut bricht sich an den Felsen
Leider verschwand die Sonne bereits hinter den Klippen und die Flut kam herein und verschlang den schmalen Sandstrand langsam aber stätig, so stiegen wir wieder hinauf, wo uns eine Familie mit zwei kleinen Kindern begegnete. Sie hatten den gleichen Tipp wie wir erhalten, aber mit den Kindern und der steigenden Flut konnten wir ihnen den Abstieg wirklich nicht empfehlen.

Unser nächster Stopp war dann Agarizaki, der westlichste Zipfel der Insel den ich schon beim Landeanflug gesehen hatte. Dort befindet sich ein Leuchturm, aber auch eine Aussichtsplattform von der man einen tollen Ausblick auf das Südufer von Yonaguni hat. Natürlich hat man auch einen tollen Blick aufs Nordufer. Das Highlight waren allerdings die Yonaguni Wildpferde. Die Gebiete an denen sich die Pferde befinden sind durch Zäune von den bewohnten Teilen der Insel abgegrenzt. Auf den Straßen befindet sich auch ein Rindergatter, damit sie diese nicht nutzen um in die Felder zu kommen. Ansonsten können sie machen was sie wollen.
Blick nach Süden auf den Sanninudai Aussichtspunkt mit Gunkan Felsen im Meer
Blick auf die Nordküste mit den Stränden Ubudumaihama und Tsuahama
Agarizaki Aussichtspunkt mit einer Herde Yonaguni Wildpferde
Eine der häufigsten Blumen - die Distel :)
Yonaguni Pferd mit Fohlen :)
Blick auf Ubudumaihama vom Parkplatz aus mit den Windrädern im Hintergrund
Weiße Baumnymphen (Idea leuconoe) im Flug
Danach ging es weiter nach Süden zum Sanninudai Aussichtspunkt. Auch hier hatte man einen tollen Ausblick auf die Küste, leider war allerdings der Felsen nicht begehbar. Aufgrund eines Taifuns waren die Treppen anscheinend beschädigt worden. Damit muss man leider auf solchen subtropischen Inseln immer rechnen.
Südküste vom Sanninudai Aussichtspunkt aus gesehen
Die Klippenbegehung war leider gesperrt...
Der nächste Aussichtspunkt ist der auf den Tachigami Felsen. Der Name bedeutet "stehender Gott". Mich erinnerte es vor allem an die berühmten "Zwölf Apostel" an der Great Ocean Road in Australien. Interessanterweise wurde hier wie dort bei den Namen eine Assoziation mit göttlichen Kräften gemacht, was bei dem beeindruckenden Anblick aber verständlich ist.
Tachigami Felsen Aussichtspunkt
Tachigami Felsen vom Aussichtspunkt gesehen
Tachigami Felsen von Oben
Als nächstes ging es auf den Urabudake, mit 231 Metern die höchste Erhebung auf der Insel. Ganz oben befindet sich ein großer Sendemast, Zutritt verboten, aber wenn man der Treppe am Ende der Straße folgt hat man einen guten Ausblick auf Sonai und den Nanta-Hafen.
Sonai und der Nanta-Hafen
An der Küste ist die Landebahn des Flughafens zu sehen
Blick vom Urabudake nach Süden auf den Tachigami Ausblickspunkt
 Von hier ging es nun hinab nach Hikawahama und zum Set der japanischen Drama-Serie "Dr. Koto's Clinic". Damals hatte ich keine Ahnung davon, aber inzwischen habe ich mir ein paar Folgen angesehen und es ist eine sehr nette Serie. Sie handelt von einem Super-Arzt, der nach einem Zwischenfall seine Stelle an einer Klinik in Tokyo aufgibt und stattdessen nach Yonaguni kommt (auch wenn die Insel anders genannt wird). Zuerst trifft er hier auf ziemliches Mißtrauen in der Bevölkerung (bisher waren alle Ärtzte hier Pfuscher), aber nach und nach kann er sich beweisen. Die Serie war so erfolgreich, dass es mehrere Specials und sogar eine Nachfolgeserie drei Jahre später gab.
Dr. Koto's Clinic (Copyright Fuji TV)
Die Klinik wurde extra für die Serie gebaut und dann auf alt gestyled. Es ist jetzt eine Art Museum und wird im gleichen Zustand erhalten. Der Museumswächter meinte, dass immer noch eine Fortsetzung geplant ist, aber aufgrund der derzeitgen finanziellen Lage wird diese immer wieder nach hinten verschoben. Für Unwissende, wie ich es damals war, ist es aber dennoch einen Besuch wert. Wir bekamen sogar eine Vorführung auf der Koto vom Museumswächter (ein drei-saitiges Musikinstrument das auf Okinawa verwendet wird).
Dr. Kotos Klnik sieht noch genauso aus wie auf dem Poster oben! Rechts sieht man Hikawa Beach.
Ich durfte in der Rezeption posieren :)
Koto-Vorführung in Dr. Kotos Klinik
Aliens auf angespültem Strandgut am Hikawa Strand :)
Da wir vor dem Sonnenuntergang noch etwas Zeit hatten, besuchten wir Kubura-bari. Auf den ersten Blick nicht sehr beeindruckend, hat dieser Felsspalt eine dunkle Geschichte. Als das Ryukyu-Königreich von den Japanern eingenommen wurde, wurde eine hohe Steuer eingehoben. Da diese pro Kopf war und kaum bezahlbar, wurden schwangere Frauen gezwungen die 3-5 Meter breite und 7-8 Meter tiefe Schlucht zu überspringen. Das Schicksal derer, die es nicht schafften ist wohl eindeutig. Diese Geschichte ist jedoch nicht umumstritten. Handelt es sich dabei einfach nur um Folklore, oder hat sie doch einen wahren Kern?
Der Felsspalt auf Kubura-bari
Eine als Gedenkstein genutzte Koralle

Auf der kleinen Halbinsel befindet sich auch der westlichste (bewohnte) Punkt Japans und somit der beste Punkt um den Sonnenuntergang zu beobachten. Mit etwas Glück sieht man man wie die Sonne hinter Taiwan verschwindet, leider war an dem Tag Taiwan jedoch in Wolken gehüllt. Neben einem "Westlichster Punkt" Gedenkstein gibt es noch einen schönen Leuchtturm und einen Felsen mit Distanzangaben. Lustigerweise versammeln sich fast alle Touristen der Insel für den Sonnenuntergang dort. Danach kennt man praktisch schon jeden, der einem begegnet :)














Der westlichste Punkt Japans!
Bis Ishigaki 117km, Naha 509km, Tokyo 2112km, Taipeh 111km, Hong Kong 951km, Seoul 1500km, Peking 1833km, Manila 1124km und Singapur 3278km
Der westlichste Leuchtturm Japans!
Der letzte Sonnenuntergang Japans (hinter den Wolken liegt Taiwan)
Danach fuhren wir wieder nach Sonai, gaben das Auto ab und hatten ein gutes Abendessen mit lokalen Spezialitäten (inkl. Ishigaki Rinder Sashimi, das sehr lecker war) in einem Restaurant in der Nähe der Pension. Die Pension hat nämlich an einem Tag der Woche Ruhetag und serviert dann kein Abendessen.

Ich versuchte danach noch auf dem Flachdach der Pension das Kreuz des Südens zu fotografieren, was mir leider nicht wirklich gelang. Danach ging ich todmüde in Bett und schlief mich erst einmal aus.

10 Kommentare:

chochajin hat gesagt…

Wow, der Strand, die Farbe des Wassers! Absoluter Hammer!
Und deine Fotos sind mal wieder genial! :)
Ich kenne das Drama nicht, muss ich mir mal anschauen, wenn es so eine tolle Hintergrundkulisse hat :)

Silvia hat gesagt…

Das Drama ist sehr empfehlenswert, aber die Yaeyama-Inseln umso mehr. Und Strandmäßig war das noch gar nichts!

Anonym hat gesagt…

Echt tolle Fotos, wunderschön!
Eine frage hab' Ich: Was gibt es da für gefährliche Tiere, Mücken und so? Vor was muss man sich schützen bzw. impfen lassen? Was gibt es auch für Einkaufsmöglichkeiten? Und wie viele Flugzeuge & Schiffe fliegen nach Yonaguni (täglich?) Sorry für so viele Fragen interessiert mich weil, Ich gerne selber mal dort hin will.
Auf jeden Fall Danke für so schöne Fotos und eine Antwort!

Silvia hat gesagt…

Hallo Anonym,

Gefährliche Tiere gibt es auf Yonaguni selbst nicht. Gefährlich ist das Meer mit seinen Strömungen und giftigen bzw. potentiell gefährlichen Tieren. Hier gilt es vorsichtig zu sein und nichts anzufassen :)

Von Mücken habe ich nichts bemerkt, war vermutlich nicht wirklich die Jahreszeit dafür. Ich würde aber generell empfehlen einen Mückenspray vor Ort zu kaufen, sind die, die dann immer am Besten funktionieren.

Impfungen benötigt man für Japan keine, impfen lassen kann man sich jedoch gegen die jap. Enzephalitis. Wenn du nicht vor hast durch Reisfelder zu stampfen ist das jedoch nicht notwendig.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es nur wenige in Form von kleinen Supermärkten. Die führen alles was man notfalls brauchen könnte, allerdings zum Teil zu überhöhten Preisen (muss ja erst auf die Insel gebracht werden). Getränke sind jedoch normal bepreist.

Flugzeuge fliegen täglich nach Yonaguni. Die Fähre gibt es nur 2x pro Woche ab Ishigaki.

Falls dir noch etwas einfällt, lass es mich wissen :)

Anonym hat gesagt…

Ok, echt Vielen Dank einer meiner grössten Träume ist richtig gut japanisch zu können und auf Yonaguni oder etwas änlichem in Japan oder Australien zu leben, deine Bilder haben mich dabei sehr inspiriert, Fragen habe ich noch welche ;)
- Kann man den auf Yonaguni arbeiten und genug zum leben haben also da leben doch nur über 1,600 Menschen?
-Wie sind die Menschen dort gibt es Schulen und so?
Nochmals Danke!

Silvia hat gesagt…

Hallo,

Yonaguni hat etwas Landwirtschaft. Als ich dort war wurde mir gesagt, dass eine Österreicherin bei der Zuckerrohrernte aushilft. Ich nehme an im Tourismus gibt es auch Jobs, wenn man zumindest bilingual ist. Reich wird man dabei selbstverständlich nicht :) Wenn du Tauchlehrer wärst, wäre das vermutlich auch eine Möglichkeit?

Schulen gibt es zwar auf Yonaguni, aber ich glaube nur bis zur Mittelschule, danach muss man nach Ishigaki fahren (Internat). Sprachlehrer (Englisch) kommen nur alle paar Wochen für ein paar Tage auf die Insel, falls du auf so etwas abziehlst.

Menschen empfand ich als sehr nett, aber ich kann natürlich nicht für die gesamte Bevölkerung sprechen :)

Schau dir vielleicht einmal auch Yakushima an. Das ist eine Insel in die ich mich ziemlich verschaut habe und nicht ganz so abgelegen wie Yonaguni :)

Aber das wichtigste ist immer selbst hinreisen und sich alles vor Ort ansehen!

Liebe Grüße,
Silvia

Anonym hat gesagt…

Ok, VIELEN DANK FÜR ALLES! :)

Anonym hat gesagt…

Ich schon wieder, Entschuldigung das Ich nerve,
aber als sie in Japan waren, wie war das mit der Yakuza, haben sie was schlimmes erlebt sind die auch auf Yonaguni & co?

Silvia hat gesagt…

Da das zu lang für einen Kommentar ist, habe ich soeben einen Blogpost zu meinen einzigen beiden Begegnungen mit der Yakuza verfasst :)

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank!

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