Donnerstag, 17. Januar 2013

Japan: Wanderung auf Chichijima Teil 4 - Takayama und Nachttour

Nach der gar nicht so kurzen Pause am John Beach hieß es nun flotten Schrittes retour zu gehen. Allerdings wollten wir es uns nicht entgehen lassen die Route über den Berg (darf man sowas als Österreicher Berg nennen?) Takayama zu nehmen, da diese eine schöne Aussicht versprach.

Blick nach Süden. Irgendwo da liegt Hahajima.
In die Bucht kommt man auch mit dem Schiff.
Nach einem kurzen Aufstieg erreichten wir auch schon unseren ersten Wegpunkt. Das Ende der Küste von Chichijima klang ja schon einmal auf apokalyptische Art und Weise verlockend. Der Takayama ist allerdings 953m entfernt und nicht hoch, also keine Hoffnungen machen! Der "Berg" ist gerade einmal 228m hoch, also selbst für eher untrainierte Geschöpfe wie mich ohne Probleme zu erklimmen.
Wegschild auf halber Strecke zwischen John Beach und Takayama.
Unterwegs gab es immer wieder ein paar schöne Ausblicke auf Minami-jima. Die Sonne verkroch sich auf ihrem Sinkflug zwar immer wieder hinter Wolken, dafür bildeten sich wunderschöne Lichtspiele.
Minami-jima mit der Fähre Hahajima-maru im Hintergrund.
Bevor man den Aufstieg selbst beginnen durfte gab es jedoch wieder eine Putzstation. Es wurde auf Schnecken und Planarien aufmerksam gemacht, die auf die Insel eingeschleppt wurden und in die Box daneben galt es wieder einen Stein zu werfen, damit die Besucher gezählt werden können.
Reinigungs- und Zählstation vor dem Aufstieg zum Takayama.
Kurz darauf bot sich ein Ausblick auf den ersten Aussichtspunkt. Es ist ganz hinten ganz oben auf diesem Berg im Bild unten. Rückwirkend fühle ich mich etwas wie Bilbo in der Hobbit als er zum ersten Mal den Einsamen Berg sieht... Irgendwie sah das deutlich weiter aus als die angeschriebenen ca. 500m.
Der kleine Punkt am Gipfel ist der Aussichtspunkt.
Zumindest ging es nicht allzu steil bergauf und die Aussicht war immer wieder ein absolutes Gedicht.
Ausblick auf den Heart Rock von Land aus.
Der Aussichtspunkt war erstaunlich schnell erreicht. Oder wir waren einfach so gehyped von der Aussicht unterwegs, dass es uns gar nicht auffiel wie weit wir gegangen waren. Der Ausblick war ein absoluter Wahnsinn. Das letzte Mal als mir dermaßen das Herz aufging war im Skipper's Canyon in Neuseeland. Sowas hatte ich auf dieser Insel absolut nicht erwartet!
Taka-san genießt die Aussicht von hinter der Barriere.
Über Minami-jima kämpfte sich die Sonne weiterhin tapfer durch die Wolken.
Panoramabild der Aussicht Richtung Norden (bitte in neuem Tab/Fenster öffnen!)
Gruppenbild mit Emi-san und Taka-san vor dem "Ende der Küste von Chichijima".
 
Unsere Begeisterung konnte leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sonne immer tiefer sank und wir uns auf den Weg machen mussten. Schweren Herzens machten wir uns auf den Rückweg nach Kominato. Aber vorher galt es noch den tatsächlichen Gipfel des Takayama zu erklimmen.
Das Meer nahm eine fast surreal anmutende Farbe an.
Die Sonne schaffte es immer wieder sich durchzukämpfen.
Irgendwann war der Pfad nur mehr eine etwas ausgetretene Spur. Es dauerte ein Weilchen bis wir dahinter kamen das im Boden pinkfarbene Stifte eingelassen waren, die den Weg markierten. Das war auch bald der einzige Hinweis welcher der von Ziegen frequentierten Pfade der richtige war.
Lokale Flora auf dem Takayama.
Der Gipfel selbst war dann etwas enttäuschend. Im Boden befand sich aber eine kleine Platte mit der Höhe. Rundherum war Grünzeug, die Aussicht somit auch kaum existent.
Am Gipfel des Takayama. Geschafft!
Der Weg bergab traf dann sehr schnell auf den Weg der uns nach John Beach geführt hatte. Hier wurde uns dann um 16:45 bewusst das der letzte Bus von Kominato in die Stadt um 17:40 fahren sollte. Uns blieben also nur 55 Minuten für den Rückweg! Gleichzeitig zog es auch ziemlich zu und im Wald selbst war es schon ziemlich düster.
Jetzt wird es ernst! Auf dem Rückweg nach Kominato.
Buta Beach zeigt sich beim Abstieg kurz.
Die Zeit war ab hier zu knapp um weitere Fotos zu machen. Bergab ging es noch, obwohl die Knie etwas weich wurden, der Aufstieg zum Yanakawa Pass war dann doch ziemlich hart. Als wir endlich den Pass erreichten war ich ziemlich k.o. und der brutale (da schnelle) Aufstieg hatte mir etwas die Fersen aufgerieben. Taka-san war noch am fittesten von uns und rannte (und das ist ernst gemeint) los um den Bus zu erwischen und für uns aufzuhalten.
Kurze Verschnaufpause am Yanakawa Pass.
Wir erreichten dann, letztendlich auch laufend, die Busstation vor dem Bus. Die letzten Tropfen Wasser wurde vernichtet während wir versuchten wieder zu Atem zu kommen. Letztendlich war der Bus einige Minuten zu spät dran. Auf abgelegenen Inseln wird der Zeitplan anscheinend nicht so genau eingehalten wie auf den Hauptinseln Japans. Dafür war sonst niemand drin. Somit hatten wir praktisch ein privates Taxi für nur 200 Yen pro Person.

In der Stadt trennten sich dann unsere Wege. Taka-san und Emi-san waren in einer nahen Pension und hatten dort das Abendessen inkludiert. Ich stürzte mich auf einen Shark Burger. Gleich daneben ging es dann auf zu einer Nachttour, die ich gebucht hatte. Allerdings gab es dabei nicht wirklich was zu sehen. Die Ogasawara Inseln sind berühmt für den Green Pepe, einen fluoreszierenden Pilz. Allerdings hat der es gern feucht und es hatte schon länger nicht mehr geregnet. Als nächstes ging es nach Kominato an den Strand (also falls man den Bus verpasst kann man auf eine der Nachttouren warten). Dort fanden wir einen der lokalen Einsiedlerkrebse.
Ogasawara Einsiedlerkrebs in beeindruckendem blau/violett.
Letzter Stopp war die Fruchtplantage der Insel. Dort tummelten sich Fruchtfledermäuse in den Palmen, allerdings war nur rotes Licht erlaubt und selbst darin war nicht wirklich viel zu sehen. Sternenhimmel wäre ebenfalls noch ein Punkt auf der Tour gewesen, aber bei einem bewölkten Himmel sieht man leider nicht viele Sterne.
Fruchtfledermaus im einer Palme.
Ziemlich k.o. und etwas enttäuscht von der Tour wurden wir dann wieder in der Stadt abgesetzt. Am nächsten Tag sollte es dann mit der Fähre nach Hahajima gehen!

Sehr empfehlenswert: Taka-sans Blogeintrag zu dieser Wanderung!

4 Kommentare:

Christina hat gesagt…

Meiner Meinung nach ist der "Berg" (und ich bin auch Österreicherin *lach*) sehr sehenswert und ich mit meiner nicht vorhandenen Kondition und Begeisterung für Berge wäre damit mehr als bedient gewesen. :-)

Liebe Grüße
Christina

Silvia hat gesagt…

Ich war wirklich begeistert davon wie freundlich der Takayama für meinen untrainierten Körper war! Und die Aussicht war es sowieso wert. Der Yanakawa Pass hingegen... den hab ich verflucht.

zoomingjapan hat gesagt…

Hört sich nach einem tollen Tag an! :)
Leider erinnern mich die Fotos zu sehr an unseren letzten Trip ... war ja doch sehr dunkel und bewölkt, oder?

Silvia hat gesagt…

Das war nur am Abend so, da hat es dann langsam zugezogen. Außerdem selbst wenn die Sonne mal draußen war, waren wir da schon immer im Schatten. War wirklich ein schöner Tag. Keiner der Tage auf unserem letzten Trip war annähernd so schön :)

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