Mittwoch, 22. Januar 2014

Japan: Spaziergang durch Motochi und Haie, Haie, Haie

An meinem letzten Tag in Hahajima hatte ich nun eigentlich alles was ich sehen wollte gesehen. Als ich die Hahajima-maru im Hafen einlaufen sah, habe ich die Chance genutzt und ein paar Fotos gemacht.

Hahajima-maru im Hafen von Hahajima
Da gerade Beginn des neuen Schuljahres war, kamen die neuen Lehrer auf die Insel und wurden von ihren zukünftigen Schülern gegrüßt. Ein richtiges kleines Begrüßungskomittee.

Begrüßung der neuen Lehrer auf der Insel
Das Wetter war ziemlich wechselhaft, aber zum Glück hat es nicht geregnet. Ich nutzte die Chance in die Touristeninfo am Hafen zu schlüpfen, da ich ein kleines finanzielles Problem hatte: Der Bankomat auf der Insel war zwar in der Post aber nicht von der Post und akzeptierte somit keine ausländischen Karten. Nachdem die Hahajima-maru gerade im Hafen war, wollte ich fragen ob vielleicht jemand der hin- und her fährt eventuell für mich Geld abheben könnte auf Chichijima.
Wal-Skulptur vor der Touristen-Information in Hahajima

Der nette Herr in der Touri-Info war davon total schockiert und ich sah mich schon hin und her fahren nur um Geld abheben zu können, aber nein, mir wurde das fehlende Geld (rund 250 Euro) geliehen. Einfach so. Ohne von mir einen Ausweis oder sonst etwas sehen zu wollen. Ich konnte es nicht fassen. Ich sollte das Geld dann auf Chichijima in der Touri-Info abgeben und das war's. Es ist zwar nicht so als könnte man einfach abhauen mit dem Geld (immerhin sitzt man 24h auf dem Schiff nach Tokyo, da würde schon die Polizei bei der Ankunft warten), aber dennoch hat mich dieses Vertrauen sehr beeindruckt.

Danach entschied ich mich noch schnell zu einem Strand zu fahren, der nur wenigen Minuten vom Hafen entfernt liegt (man kommt auch zu Fuß hin): den Nankin-hama.
Nankin-hama auf Hahajima
Auf den ersten Blick war ich nicht gerade begeistert. Es war viel Treibgut angeschwemmt worden und der Strand war voller Steine und nicht besonders einladend.

Treibgut am Strand Nankin-hama auf Hahajima
Auf der rechten Seite gab es einen Vorsprung auf den ich kletterte um einen Blick ins Meer zu werfen. Laut Info sollte hier ein nettes Riff sein zum Schnorcheln (nicht das ich bei dem Wetter schnorcheln wollte, aber schauen kann man ja mal).

Und dann sah ich sie. Die Haie. Mindestens ein Dutzend wie sie ihm Kreis in der kleinen Bucht herumschwammen. Ich hatte noch nie so nah Haie gesehen, die nicht in einem Aquarium waren. Das Treibgut kam mir nun zu Gute: Ich fand ein Stück Seil und bastelte mir aus meinem Gorillapod und einem Stein ein Beschwerung für meine Kompaktkamera mit der ich unter Wasser filmen konnte ohne selbst ins Wasser zu steigen.

Nachdem ich endlich ein Video hatte mich dem ich zufrieden war, ging es retour zum Hafen. Dort hatte ich dann noch eine Begegnung mit einem Weißbauchtölpel (Sula leucogaster), der sich mit ziemlichen Schwung immer wieder ins Wasser warf und auch hie und da einen Fisch erwischte. Ein spannendes Schauspiel.
Weißbauchtölpel (Sula leucogaster)
Weißbauchtölpel (Sula leucogaster) im Wasser
Ein sehr schöner Vogel, der Weißbauchtölpel (Sula leucogaster)
Es wurde schon langsam düster und ich ging das Pier beim kleinen Strand hinaus, wo mir noch eine kleine, hübsche Krabbe übern Weg lief (oder eher umgekehrt, ahem).
Sehr hübsch gefärbte Krabbe (kennt jemand die Gattung?)
Die Lichter gingen schon an als ich das Ende des Piers erreichte und was sah ich da im Wasser neben mir? Noch mehr Haie! Die Weißspitzen-Riffhaie (Triaenodon obesus), wie ich später recherchierte, hatten in der Bucht direkt vor dem Badestrand geruht und schwammen nun aufs offene Meer hinaus. Es war eine scheinbar nicht enden wollende Parade: kleine Haie, große Haie, Haie, Haie und noch mehr Haie.
Die Weißspitzen-Riffhaie (Triaenodon obesus) schwammen praktisch in Greifweite vorbei.
Natürlich entdeckt man sowas immer erst am letzten Tag... und natürlich erfährt man auch erst danach, dass die Haie absolut harmlos sein. Somit bleibt der Punkt "mit Haien schnorcheln" weiterhin auf meiner Liste. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

So ging mein letzter Tag auf Hahajima zu Ende. Am nächsten Tag ging es wieder nach Chichijima.

1 Kommentare:

Kumiho Chan hat gesagt…

Hallo liebe Silvia,
ich habe deinen Blog leider erst vor einigen Tagen entdeckt.
Ich war sofort fasziniert von der Professionalität und der liebe zum Detail.
Aber natürlich am meisten von den tollen Eindrücken aus Japan.
Man findet selten so tolle Reiseberichte, die sich auch mal um mehr als nur Ramen-Suppe-schlürfen drehen. Bsp: Endemische Schnecken.
Dies lädt regelrecht zu Träumen ein und weckt in mir wieder das starke Fernweh und den Wunsch dieses tolle Land Japan zu bereisen. Ich hoffe das ich dies bald schaffen werde, ob allein in einer Gruppe oder mit sonstiger Hilfe. So lange werde ich aber treu Ihrem Blog folgen.
Lg Steffi

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

StatCounter

Twitter Facebook Favorites More

 
Powered by Blogger