Samstag, 24. März 2012

Japan Reise 2012: Auf zu den Ogasawara Inseln

Als ich letztes Jahr über die zwei neuen japanischen UNESCO-Welterbe berichtete, recherchierte ich etwas über das Welt-Natur-Erbe Ogasawara Inseln. Bisher nur auf meiner Liste von Zielen, die ich "irgendwann" einmal besuchen will, gefiel mir das, was ich gelesen hatte so gut, dass es unter meine nächsten Reiseziele sprang.

Ich muss zugeben, dies war die bisher am schwersten zu organisierende Japan-Reise. Ich werde nach meiner Rückkehr im Detail darüber berichten, da ich dann beurteilen kann, was geklappt hat und was nicht. Nur soviel sei gesagt: Die 25 1/2h Anreise mit der Fähre (bei gutem Wetter) ist nur ein kleiner Teil der Mühen, die man überwinden muss.

Hier nun also meine Reise-Route. Änderungen sind wie immer Vorbehalten!

25.März: Abflug Wien nach Tokyo
26.März: Ankunft Tokyo
27.März: Abfahrt mit der Fähre von Tokyo nach Chichijima (Ogasawara Inseln)
28.März: Ankunft in Chichijima
29.März: Chichijima
30.März: Chichijima
31.März: Fahrt mit der Fähre von Chichijima nach Hahajima
01.April: Hahajima
02.April: Hahajima
03.April: Hahajima
04.April: Fahrt mit der Fähre von Hahajima nach Chichijima
05.April: Ganztagesausflug zur Keeta-Insel
06.April: Abfahrt mit der Fähre von Chichijima nach Tokyo
07.April: Ankunft in Tokyo
08.April: Kamakura und Enoshima (Kirschblüten-Hochsaison, vorraussichtlich)
09.April: Abflug Tokyo und Ankunft in Wien

Wie immer werde ich versuchen einige Berichte "on the road" zu machen. Mal sehen wie die Internet-Anbindung auf den Ogasawara-Inseln ist...

Sonntag, 18. März 2012

Begegnungen mit der Yakuza in Japan

Japanischer Polizist beim Abnehmen von Fingerabdrücken
Im April ist mein 10-jähriges Japan-Jubiläum. Damals reiste ich zum ersten Mal nach Japan. Seit diesem ersten Mal habe ich ein Jahr in Japan gelebt und inzwischen mehr Reisen dorthin getätigt als man noch zählen würde. Um ehrlich zu sein, keine Ahnung wie viele es waren, aber einige. Zum Teil 2-3 Mal pro Jahr. Ein Job in der Reisebranche gibt einem Zugang zu günstigen Tickets und den habe ich genutzt.

Eine Frage, die ich immer wieder gestellt bekomme, ist ob ich jemals an die japanische Mafia, die Yakuza (Aussprache: Iacksa), geraten bin. Ich kann über zwei Ereignisse berichten, wo ich das bejahen kann, eventuell waren da mehr, aber ich kann es nicht sagen. Ich wurde mir erst im Nachhinein darüber klar, bzw. wurde darüber aufgeklärt, was da eigentlich abgelaufen war.

Das erste Mal war 2003 während meines Auslandsjahrs in Japan. Ich fuhr zusammen mit zwei Studienkolleginnen zum Thermen- und Meereskurort Atami. Eines Abends gingen wir in der Kleinstadt spazieren und fragten einen Motoradkurier wo der nächste 24-Stunden Supermarkt ist. Er erklärte uns den Weg und gab uns außerdem eine Visitenkarte zu einer "Snack-Bar" und lud uns dorthin ein. Da wir nichts für den Abend geplant hatten, dachten wir uns, warum nicht.

Wie sich herausstellte war die Snack-Bar ein winziges Lokal mit einer Bar und zwei kleinen Tischen. In einer Ecke befand sich ein Fernseher für die Karaoke-Maschine. Wir wurden auf ein Glas Wein und Erdnüsse eingeladen und dann gekonnt zwischen die anderen Gäste gesetzt und gebeten uns mit ihnen zu unterhalten und später dann auch Karaoke zu singen. Irgendwann holte der Besitzer auch einen Stock hervor und erzählte uns, dass der vor 100 Jahren von seinen Vorfahren verwendet wurde, gegen die Polizei...

Langsam wurde uns das ganze unangenehm. Wir verabschiedeten uns und wurden gebeten für den Wein zu zahlen. Wir hatten unseren "Job" die anderen Gäste zu unterhalten offensichtlich nicht erfüllt. Uns wurde gesagt wir wären "kalt". Erst als wir draußen waren sagte meine Kollegin mir, dass der Stock den er uns gezeigt hatte ein Symbol für die Yakuza war. Plötzlich ergab alles irgendwie Sinn...

Es wurde nie irgendwie Druck auf uns ausgeübt, es folgte uns niemand und es lief alles sehr zivilisiert ab, aber im Nachhinein, war mir das ganze doch unheimlich und ich war froh, dass wir den "Test" für was auch immer nicht bestanden hatten.

Das nächste Mal traf ich 2005 auf die Yakuza, auch hier bemerkte ich es zuerst nicht. Ich war mit meiner Freundin mit dem Mietwagen durch Japan unterwegs. Dies war der letzte Tag unserer Reise und wir waren unterwegs von Nagano nach Tokyo. Am Abend hielten wir bei einem McDonald um uns etwas zu stärken. Als wir zu unserem Auto kamen, waren wir von einem Pick-up Truck ziemlich zugeparkt worden. Da der Besitzer nirgendwo zu sehen war blieb mir nichts anderes übrig als mich mit immer wieder reversieren zentimeterweise aus der Lücke zu quälen. Als ich endlich fast draußen war, kam der Besitzer des Wagens und beschuldigte mich sein Auto touchiert zu haben.

Ein Ding der Unmöglichkeit, da er links von mir stand, ich das Fenster offen hatte, immer einen Blick auf den Spiegel und natürlich, da in Japan, auf der linken Seite saß. Da er ziemlich aufgebracht war und sich so vor mich stellte, dass ich nicht rausfahren konnte, reversierte ich wieder in die Parklücke und stoppte den Motor. Er kam schimpfend zum Fenster und versuchte den Schlüssel herauszuziehen und an sich zu nehmen, worauf ich das Fenster zu machte. Er drohte die Polizei zu holen und ich sagte ihm höflich, dass solle er bitte tun.

Er packte tatsächlich sein Handy und rief irgendwo an und wir warteten, während er zwischen seinem und unserem Auto auf und ab ging und immer wieder mit uns schimpfte. Nach vielleicht knapp 10 Minuten blieb ein Polizeiwagen stehen. Wir öffneten wieder die Scheibe, während er wild auf die Polizisten einredete. Wir stellten uns dann kurz vor und gaben ihnen unsere Pässe und den internationalen sowie nationalen Führerschein. Unsere Papiere waren absolut in Ordnung, was der Aggressor offensichtlich nicht vermutet hatte. Bei zwei ausländischen Frauen im Auto hatte er vielleicht gedacht, dass wir Hostessen waren? Keine Ahnung.

Die Polizei untersuchte sein Auto vorne, wo wir in angeblich touchiert hatten und fand nichts. Auf unserer Fahrerseite befand sich aber an der Tür ein langer Kratzer, der definitiv vorher noch nicht dagewesen war, was ich auch sagte. Der Polizist bat uns ins Auto zu steigen, da es dann tiefer lag und dem Unfallzeitpunkt entsprach. Mit einem Maßband ermittelte er die Höhe des Kratzers und siehe da, er entsprach keiner möglichen Stelle am anderen Auto. In dem Moment sprang der andere Typ in sein Auto und fuhr ohne ein Wort weg. Der Polizist kam zu dem Schluss, dass er uns das Auto mit einem Schlüssel zerkratzt hatte um es so aussehen zu lassen, als wäre doch was passiert.

Die Polizei bat uns einen Bericht bei ihnen in der Station abzugeben und wir fuhren ihnen hinterher. Wir erklärten genau was vorgefallen war und wurden darüber aufgeklärt, dass der Typ ein bekannter Handlanger der Yakuza ist und dass es besser wäre sich nicht mit der anzulegen und eine Anzeige gegen unbekannt zu machen. Was wir auch taten. Nach gefühlten drei Stunden (jedenfalls einer sehr langen Zeit) hatte der Polizist seinen handgeschriebenen Bericht fertig. Wir unterschrieben, erhielten eine Kopie für die Versicherung der Mietwagenfirma und durften wieder weiterfahren.

Die ganze Zeit über waren die Polizisten sehr höflich und korrekt zu uns. Allerdings kostete uns das ganze sehr viel Zeit (und somit Geld für die Autobahn, da es bereits viel zu spät war um es sonst noch zeitgerecht nach Tokyo zu schaffen) und letztendlich noch mehr Geld, da die Mietwagenfirma die Anzeige gegen Unbekannt nicht akzeptieren wollte. Letztendlich einigten wir uns auf die Hälfte des Selbstbehalts, also 10.000 Yen, die für den Schaden zu bezahlen waren. Die Einigung erlangten wir auch erst, als wir unsere komplette Geschichte inklusive dezenten Drängen der Polizei auf Anzeige gegen Unbekannt erzählt hatten...

Würde ich es wieder so machen? Schwer zu sagen. Mein Gerechtigkeitssinn drängt mich eindeutig dazu diesen Arsch ('Tschuldigung, aber ist so) anzuzeigen, allerdings habe ich auch vor zukünftig oft Japan zu bereisen und ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist sich mit der Yakuza anzulegen, auch in einer scheinbar so kleinen Angelegenheit wie Vandalismus. Letztendlich würde ich also einmal tief ein- und ausatmen und wieder dem Rat der Polizei folgen.

Interessant ist, dass ich bei beiden Erlebnissen mit Freundinnen zusammen war, sprich eine reine Frauengruppe. Seit ich allein durch Japan reise hatte ich keine einzige bewusste Begegnung mit der Yakuza mehr. Das sind nun bereits sieben Jahre. Um "Snack Bars" mache ich seitdem jedoch einen weiten Bogen. Mit dem Mietwagen fahre ich jedoch immer noch gerne und es gab auch keine weiteren Zwischenfälle mehr. Entweder man fällt als Alleinreisende weniger auf, oder aber ich bin einfach zu uninteressant und meine Freundinnen haben die Aufmerksamkeit auf uns gelenkt. Ich denke, dass es wohl ein bisschen von Beidem sein wird.

Habe ich also Angst vor der Yakuza? Nein, habe ich nicht. Aber ich habe Respekt vor ihr und werde mich tunlichst fernhalten.

Das Bild oben entstand übrigens ebenfalls 2005. Meiner Freundin war in ihrer Unterkunft Geld aus Ihrem Geldbörsel gestohlen worden. Die Polizei nahm Fingerabdrücke davon und dann von den Bewohnern, aber leider fanden sich nur ihre Fingerabdrücke darauf.

Sonntag, 11. März 2012

Ein Jahr danach


Menschenleerer Hoshi no Suna Strand auf Iriomote am 12.März 2011
Vor einem Jahr bin ich um 2 Uhr morgens in meinem Zimmer auf Iriomote aufgewacht und habe mir die Seele aus dem Leib gekotzt. Um 8 Uhr früh saß ich in meinem Mietwagen, fühlte mich absolut hundeelend, und fuhr in die nächste Klinik. Am Nachmittag weckte mich das Jaulen der Sirenen aus meinem Medikament-induzierten Schlaf und ich drehte sofort den Fernseher auf, wo sich eine riesige Tsunamiwelle durch das Landesinnere von Tohoku wälzte und alles mit sich riss. Der Reporter im Helikopter wusste nicht, wie er das kommentieren sollte, und ich fühlte mich als würde sich mein Magen unabhängig von meiner Magen-Darm Grippe versuchen auszustülpen.

Es gibt einige Momente im Leben, zumeist persönliche, aber auch einige die den Großteil der Welt bewegen, an die man sich ewig erinnern wird, im Kontext von wo man war und was man gerade gemacht hat. Der 9. September 2001 ist so ein Tag. Der 11. März 2011 ist für viele, mich inkludiert, auch so ein Tag.

Obwohl ich selbst in keiner Gefahr war, machte ich mir Sorgen um meine Familie und Freunde, die vermutlich keine Vorstellung davon hatten wie weit ich tatsächlich entfernt war von all dem. Meine Versuche Freunde in Tokyo und Yokohama zu erreichen waren aufgrund der überlasteten Telefonnetzte gescheitert. Erst am Folgetag erreichte mich mein Lebensgefährte in meinem Hotel. 

Die meiste Zeit meiner Rekonvaleszenz lief der Fernseher, auch in der Nacht. Neben den immer schrecklicheren Bildern der Vernichtungskraft des Tsunami mischte sich immer mehr Panik um das Kernkraftwerk in Fukushima in die Berichte. Kurz bevor ich die Fähre nach Ishigaki nahm, wurde die Tsunami-Warnung auf den Yaeyama Inseln aufgehoben.  Am 14. März landete ich in abends in Tokyo und bezog für eine Nacht mein Flughafenhotel. Ich spürte mindestens zwei stärkere Nachbeben in der Nacht. In der Früh gab es trotz Warnung keine Stromabschaltung.

Am Flughafen war die Hölle los. Eine endlose Schlange wälzte sich zu den Ticketverkaufschaltern.  Viele Menschen wollten Japan einfach nur mehr verlassen, so schnell wie möglich, egal was es kostet.

Ich hatte mein Flugticket in der Hand, wusste, dass ich Japan noch heute verlassen würde und wollte nicht. Über die Jahre haben mir Japan und seine Bewohner so viel gegeben, dass ich es nicht wirklich in Worte fassen kann. Es ist meine Heimat weg von daheim, selbst wenn ich nur für ein Jahr dort gelebt habe.  In dieser Stunde der Not, wollte ich es nicht verlassen.

Nach meiner Ankunft  in Österreich war ich schockiert wie sich die Medien auf den atomaren Zwischenfall in Fukushima stürzten und dabei der Tsunami mit seiner schrecklichen zerstörerischen Kraft und den unzähligen Toden kaum eine Erwähnung fand. Die wahre Tragödie wurde in den Hintergrund gedrängt zugunsten einer Propaganda-Welle gegen AKWs. Ich hatte nicht das Gefühl, dass den Aktivisten etwas an den verstrahlten Teilen Japans lag. Sie nutzten die Situation dort  für ihre eigenen Zwecke und das erzeugte so viel Wut und Ärger in mir. Als hätte ein geliebter Mensch Lungenkrebs und statt ihm zu helfen wieder gesund zu werden, versuche man ein Zigarettenverbot einzuführen.  Nicht das letzteres an sich verwerflich ist, nur fühlte ich mich als wären die Prioritäten verschoben.

Jetzt sind wir hier, ein Jahr später und trotz aller Schwarzmalerei geht das Leben, auch in Japan, weiter. 

Ich unterstütze Japan auf meine Weise. 

Mein Flug ist gebucht.

Montag, 12. Dezember 2011

Japan: Hateruma, die südlichste Insel Japans

Der Bus der Kabira-Line setzte mich direkt vor dem Fähren-Terminal von Ishigaki ab. Es gibt insgesamt drei Möglichkeiten von hier aus die Insel Hateruma zu erreichen:
  1.  Mit der Fähre von Anei-Kanko ist man in ca. 1h (je nach Seegang) auf Hateruma. Der One Way Preis sind 3000 Yen, Hin- und Retour kostet es nur noch 5700 Yen. Auf dieser Seite (nur Japanisch) sieht man ob die Fähre läuft. 波照間 steht für Hateruma und das deutlich rot markierte 欠航 für eine abgesagte Fährenverbindung.
  2. Mit der schönen, großen Katamaran Fähre von Hateruma Kaiun (leider seit 30.11.11 keine Webseite mehr vorhanden). Sie ist etwas teurer als Anei-Kanko, aber endlos angenehmer. Vor allem wenn man leicht seekrank wird. Der Counter ist etwas versteckt, am besten von der Touristeninfo im Terminal zeigen lassen. 
  3. Mit einem Charterflug oder Privatjet. Der reguläre Flugverkehr wurde vor ein paar Jahren eingestellt, aber in der Hauptsaison bringen einige Flieger auch Gruppen an Touristen hierher.
Die meisten Menschen kommen wegen dem absolut traumhaften Nishihama (West-Strand) nach Hateruma, und weil es die südlichste bewohnte Insel Japans ist.
Die unglaublichen Farben des Nishihama auf Hateruma (Iriomote ist im Hintergrund sichtbar)
In meinem Fall war jedoch der südlichste Punkt (bewohnte) Punkt Japans die Hauptanziehung. Selbstverständlich hatte ich da den Nishihama noch nicht gesehen!
Dieser Stein markiert den südlichsten (bewohnten) Ausläufer Japans
Aber fangen wir von vorne an. Mit der Anei-Kanko Fähre setzte ich nach Hateruma über. Leider durften wir aufgrund hoher Wellen nicht draußen sitzen, aber zum Glück war es doch nicht so schlimm. Ich fixierte den Horizont und in kürzester Zeit war ich schon auf Hateruma. Am Hafen erwartete mich bereits die Chefin meiner Unterkunft und brachte mich zum ihrer kleinen Pension namens Urizun-ya.

Die Pension wurde vom Besitzer selbst gebaut (man sieht Bilder dazu auf obiger Webseite) und ist definitiv nichts für Leute die verschließbare Türen brauchen. Mein "Zimmer" bestand aus einem mit Shoji-Türen begrenzten Raum (der dafür sehr groß war) mit einem Tischchen, ein paar Kleiderhaken auf einem Kleiderständer und meinen Futons. Wie ich später erfuhr gibt es auch zwei Zimmer mit Türen, aber ich habe keinen Blick hinein geworfen.

Ich hielt mich aber nicht länger in meiner Bleibe auf, da ich das schöne Wetter nutzen wollte. Ich ließ meinen Monsterkoffer im Zimmer (wer sollte hier auch schon was klauen) bei offenen Türen (zum durchlüften) stehen, packte mein Kamerazeugs und schnappte mir eins der Fahrräder.
Karte von Hateruma © Ishigaki City Tourism
 Meine Pension war gleich ums Eck vom Mini Store Banare auf der Karte und Nishihama nur ca. 5 Minuten entfernt. Vorausgesetzt man verfährt sich nicht, so wie ich. Dann dauert es etwas länger... Nishihama ist gleich neben dem Hafen und eigentlich sehr leicht zu finden.

Die Farben des Meeres, kombiniert mit den dunklen Flecken der Riffe und dem strahlenden weiß des Strandes sind einfach unbeschreiblich schön. Es ist kaum zu glauben, dass dieses kleine Fleckchen Paradies tatsächlich noch zu Japan gehört. Das Wasser ist absolut glasklar und bunte Fische schwimmen auch im flachen Wasser herum.
Auch unter der Oberfläche hat das Wasser eine bestechende Farbe
Blick von der Hafenmauer (inkl. Wellenbrecher) über die Koralleninseln von Nishihama
Und noch einmal Nishihama ohne Hafenmauer
Am Strand waren erstaunlich wenig Menschen. Einige wateten ins Meer und man konnte sehen, dass auch nach 20 Metern und mehr das Wasser nur knapp übers Knie ging. Sicher auch ein absoluter Traum zum Schnorcheln, sobald man etwas weiter draußen ist und zu den Koralleninseln kommt, aber heute war erst einmal Sightseeing angesagt. Übrigens gibt es auch eine Umkleidekabine am Strand und Wasser zum trinken oder Abspritzen.

Als nächstes ging es weiter nach Westen zum Hamazaki. Der Strand zieht sich von Nishihama weiter ums Eck und wer etwas Abgeschiedenheit mag, ist hier sehr gut aufgehoben. Leider ist die Farbe des Meeres nicht mehr so intensiv, dafür sorgen einige malerische Inselchen für einen guten Blickfänger.
Blick von Hamazaki in Richtung der Biegung hinter er sich Nishihama versteckt
In dem Grünzeug rund um den Strand wimmelte es nur vor schönen Schmetterlingen und auch Eidechsen. Außerdem fand ich auf einer angespülten oder vergessenen Tasche einen Gecko.
Ishigaki Eidechse (Eumeces stimpsoni bzw. Plestiodon stimpsonii)
Radena similis
Ein kleiner Gecko
Weiße Baumnyphe (Idea leuconoe)
An Zuckerrohrfelder ging es dann weiter nach Süden zum Hamashitan Hain.
Zuckerrohr ist DAS Produkt von Hateruma
Der Strand beim Hamashitan ist auch nicht schlecht!
Das Highlight sind aber die knorrigen Bäume die sich über die Felsen zum Meer schwingen.
Der nächste Strand war bei Kezaki und auch dort traf ich auf keine Menschenseele. Der Strand ist von beiden Seiten von Felsen umschlossen und nicht so fein, allerdings unheimlich romantisch.
Korallenstrand von Kezaki
Malerischer kleiner Strand auf Kezaki
Zufahrtsweg zum Strand mit einer Gewöhnlichen Rose (Pachliopta aristolochiae)
An diesem Punkt erkannte ich, dass ich den südlichsten Punkt leider nicht schaffe, wenn ich noch den Sonnenuntergang vom Nishihama sehen möchte. Die Sonne geht auch hier im Süden nämlich bereits um 18:00 herum unter und das auch noch ziemlich flott.

Da ich nicht durch das Mini-Städtchen im Zentrum der Insel fahren wollte, folgte ich der auf der Karte grün markierten Straße, die nicht direkt der Küste folgt. Ich kam am sehr schmächtigen Leuchtturm vorbei und folgte dann einem schönen Weg wieder Richtung Norden. Der Osten der Insel ist komplett anders als der Westen. Anstelle von Zuckerrohrfeldern findet man viel Weideland für die Ishigaki Rinder, sowie einige angebundene Ziegen.
Straße nach Norden an der Westküste von Hateruma
Eine der vielen Ziegen auf Hateruma
Umlegbare Windräder im Norden von Hateruma
Als ich Nishihama erreichte wurde es auch schon langsam Zeit. Zusammen mit einigen anderen suchte ich mir einen netten Platz und genoss das Schauspiel.
Abendstimmung am Nishihama
Noch einmal kommen die schönen Farben des Meeres hervor
Goldener Sonnenuntergang am Nishihama
Bald nach dem letzten Bild verschwandt die Sonne jedoch hinter den Wolken. Die Show war vorzeitig beendet worden. Auf dem Weg retour zur Pension traf ich noch auf diese haarigen Gesellen. Sie ließen die Fotos gnädig über sich ergehen, aber streicheln war leider nicht drin.
Streunende Tigerkatze auf Hateruma
Bis dahin und nicht weiter!
Jetzt reicht es aber mit den Fotos!
Auch wenn es so hell aussieht, das war nur dank meiner tollen Kamera! Als ich bei meiner Pension ankam (ich hatte den Sohn der Familie unterwegs getroffen, sonst hätte ich mich schon wieder verirrt) war es auch schon Zeit fürs Abendessen (und stockdunkel)!
Abendessen im Urizun-ya
Das Essen war einfache aber sehr leckere Hausmannskost und üppig genug für jemanden der vergessen hatte zu Mittag zu essen. Ich war der einzige Gast an dem Abend, also checkte ich nur mehr meine Mails am Gästecomputer und ging dann in mein Zimmer um den nächsten Tag zu planen, bevor es relativ früh ins Bett ging.

Sonntag, 13. November 2011

Österreich: Auf der Donau durch Wien mit der MS Nestroy

Nachdem wir am Vortag von Wien nach Bratislava gefahren waren, ging es in der Nacht bereits wieder stromaufwärts retour nach Wien.

Die Nacht war etwas anstrengend. Da unsere Kabine am untersten Deck und noch dazu die vorletzte von hinten war, war der Schiffsmotor entsprechend laut zu hören. Ich hatte mich jedoch vorher über die MS Nestroy informiert und Oropax mit. Mit denen ging es eigentlich ganz gut. Mitten in der Nacht wurde es irgendwann leise und ich nahm die Dinger wieder raus, aber dann ging es wieder mit Volldampf weiter. Wie sich später herausstellte war ein Frachtschiff auf der Donau havariert und hatte uns aufgehalten. Dank dieser Verspätung fuhren wir aber bei Tageslicht durch Wien!

Um 06:30 weckte mich mein Handy, aber ein Blick aus dem Fenster sagte mir sofort, dass Aufstehen sinnlos war: draußen waberte nur eine Nebelwand. Nicht einmal das Wasser war zu sehen. Um kurz nach 7:00 weckte uns dann eine Durchsage des Reiseleiters und kurz darauf fuhren wir in die Schleuse Freudenau ein. Zeit zum Frühstücken!

Es gab ein reichliches Frühstücksbuffet mit Wurst und Käse (auch die Reste von der Käseauswahl vom Vorabend, hmmmm), sowie verschiedenes Obst, Joghurts, Cornflakes und seltsamerweise gebratenen Speck, Würstchen und dazu (Pulver-) Eierspeis. Für die britischen/amerikanischen Gäste vielleicht? Am besten war wieder das Gebäck, vor allem dieses krustige Brot, seufz, ich wünschte das gäbe es irgendwo zu kaufen.

Als wir aus der Schleuse ausfuhren holte ich meine Ausrüstung und schon ging es wieder auf das diesmal mit Raureif besetzte Sonnendeck. Der Nebel hatte sich zum Glück inzwischen aufgelöst. Aber genug geplaudert, hier ein paar Eindrücke von einem Morgen auf der Donau!
Aufgehende Sonne über der Donau mit Donauinsel links
Mexiko-Kirche mit Flussschiff im Vordergrund
Unter der Reichsbrücke hindurch! Das Rot-Weiß-Rote Zeichen ist nicht die österreichische Flagge sondern zeigt, dass die Schiffe hier nicht durchfahren sollen (Gegenverkehr!)
Anlegestelle bei der Reichsbrücke, allerdings ganz leer
Fischer-Hausboote, Donauinsel und der Donauturm
Blick retour auf die Silhouette der Mexiko-Kirche und die Anlegestelle Reichsbrücke
Sonne spiegelt sich im Fahrwasser mit Reichsbrücke im Hintergrund
Schwanen- und Möwenversammlung am Ufer
Die Sonne spiegelt sich im Milleniumtower mit dem Mond rechts davon
Das Schulschiff! Ein Gymnasium befindet sich hier.
Und wieder eine Brücke!
Kajak-Fahrer am Morgen
Einfahrt zum Donaukanal
Zu dem Zeitpunkt hatte mein Freund uns schon ausgecheckt. Letztendlich betrug unsere Rechnung für die Getränke €18,50. Für nicht einmal 24 Stunden doch ein stolzes Sümmchen. Ich nehme aber an, dass man auf längeren Reisen einfach auch ein Mineralwasser im Zimmer hat. Wir haben uns ja auch beide eine leckere heiße Schokolade mit Schlag gegönnt und die war eigentlich mit €2,90 nicht wirklich teuer. Es hält sich also die Waage. Außerdem war noch Trinkgeld fällig. Empfohlen sind €6 pro Tag pro Person für das Personal und €1 pro Tag pro Person für den Reiseführer. Wenn man mit dem Service nicht zufrieden ist, kann man auch weniger geben. Das Personal ist aber traditionsgemäß von diesem Trinkgeld abhängig, also am besten von Anfang an einkalkulieren ins Reisebudget. Wir hatten beim Service wirklich nichts zum meckern.

In der Zwischenzeit waren auch bereits einige Zimmer geputzt worden und ich nutzte die Gelegenheit für Fotos von der Suite und einem Zimmer am obersten Deck.
Gang zu den Kabinen
Die Suite mit Doppelbett und Sofa
Die Kabine war ident mit unserer, mit Ausnahme der großen Fenster natürlich!
Ich war ziemlich überrascht, dass die Kabinen, mit Ausnahme der Suiten, komplett ident sind. Der einzige Unterschied ist, dass am Grillparzerdeck (dem untersten) nur ein zwei kleine Fenster auf Schulterhöhe sind, während die anderen Decks einen französischen Balkon haben, bei dem man das Fenster öffnen kann. Nachdem die kleinen Sofas nicht wirklich bequem sind und nicht jeder tagsüber im Bett liegen/sitzen mag, werden die meisten wohl trotz schöner Aussicht den Tag wie wir im Salon und auf dem Sonnendeck verbringen. Wenn ich persönlich eine längere Reise mit dem Schiff machen würde, dann vermutlich in der Suite, da das wirklich ein Raum ist in dem man sich auch so gerne aufhält.

Was mich auch etwas gestört hat, was aber vermutlich unvermeidlich ist, sind die "Raucherzonen". Das Schiff selbst ist Nichtraucherzone. Das bedeutet natürlich, dass sich in den Aufgängen zum Sonnendeck, am Sonnendeck selbst und der schönen Outdoor Lounge vorne am Schiff (Teil des Salons) die ganzen Raucher stapeln. Das war bei den derzeitigen Temperaturen jetzt nicht so schlimm, wird aber bei besserem Wetter wahrscheinlich für Nichtraucher und Outdoorjunkies wie mich ein Problem. Die Outdoor Lounge ist dann vermutlich überhaupt nicht mehr verwendbar :( Aber das ist eben der Preis, denn man dafür zahlt, wenn man Raucher nach draußen verbannt. Ich glaub' sowohl Raucher als auch Nichtraucher sind damit nicht zufrieden, aber irgendwie muss man sich ja arrangieren, nicht wahr?
Rückkehr nach Wien Nußdorf
Leopoldsberg mit Leopoldsbergkirche und -Burg von Nußdorf aus gesehen
Abreise
Das war erst meine zweite Donaukreuzfahrt, und die erste mit Übernachtung. Ich muss sagen ich war selbst überrascht wie gut es mir gefallen hat und kann mir eine Reise bis zum Schwarzen Meer eigentlich gut vorstellen. Allerdings hat das noch Zeit :) In 20 Jahren ist die Donau ja hoffentlich immer noch da. Bis dahin erkunde ich den Rest der Welt noch etwas genauer.

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