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Sonntag, 11. März 2012

Ein Jahr danach


Menschenleerer Hoshi no Suna Strand auf Iriomote am 12.März 2011
Vor einem Jahr bin ich um 2 Uhr morgens in meinem Zimmer auf Iriomote aufgewacht und habe mir die Seele aus dem Leib gekotzt. Um 8 Uhr früh saß ich in meinem Mietwagen, fühlte mich absolut hundeelend, und fuhr in die nächste Klinik. Am Nachmittag weckte mich das Jaulen der Sirenen aus meinem Medikament-induzierten Schlaf und ich drehte sofort den Fernseher auf, wo sich eine riesige Tsunamiwelle durch das Landesinnere von Tohoku wälzte und alles mit sich riss. Der Reporter im Helikopter wusste nicht, wie er das kommentieren sollte, und ich fühlte mich als würde sich mein Magen unabhängig von meiner Magen-Darm Grippe versuchen auszustülpen.

Es gibt einige Momente im Leben, zumeist persönliche, aber auch einige die den Großteil der Welt bewegen, an die man sich ewig erinnern wird, im Kontext von wo man war und was man gerade gemacht hat. Der 9. September 2001 ist so ein Tag. Der 11. März 2011 ist für viele, mich inkludiert, auch so ein Tag.

Obwohl ich selbst in keiner Gefahr war, machte ich mir Sorgen um meine Familie und Freunde, die vermutlich keine Vorstellung davon hatten wie weit ich tatsächlich entfernt war von all dem. Meine Versuche Freunde in Tokyo und Yokohama zu erreichen waren aufgrund der überlasteten Telefonnetzte gescheitert. Erst am Folgetag erreichte mich mein Lebensgefährte in meinem Hotel. 

Die meiste Zeit meiner Rekonvaleszenz lief der Fernseher, auch in der Nacht. Neben den immer schrecklicheren Bildern der Vernichtungskraft des Tsunami mischte sich immer mehr Panik um das Kernkraftwerk in Fukushima in die Berichte. Kurz bevor ich die Fähre nach Ishigaki nahm, wurde die Tsunami-Warnung auf den Yaeyama Inseln aufgehoben.  Am 14. März landete ich in abends in Tokyo und bezog für eine Nacht mein Flughafenhotel. Ich spürte mindestens zwei stärkere Nachbeben in der Nacht. In der Früh gab es trotz Warnung keine Stromabschaltung.

Am Flughafen war die Hölle los. Eine endlose Schlange wälzte sich zu den Ticketverkaufschaltern.  Viele Menschen wollten Japan einfach nur mehr verlassen, so schnell wie möglich, egal was es kostet.

Ich hatte mein Flugticket in der Hand, wusste, dass ich Japan noch heute verlassen würde und wollte nicht. Über die Jahre haben mir Japan und seine Bewohner so viel gegeben, dass ich es nicht wirklich in Worte fassen kann. Es ist meine Heimat weg von daheim, selbst wenn ich nur für ein Jahr dort gelebt habe.  In dieser Stunde der Not, wollte ich es nicht verlassen.

Nach meiner Ankunft  in Österreich war ich schockiert wie sich die Medien auf den atomaren Zwischenfall in Fukushima stürzten und dabei der Tsunami mit seiner schrecklichen zerstörerischen Kraft und den unzähligen Toden kaum eine Erwähnung fand. Die wahre Tragödie wurde in den Hintergrund gedrängt zugunsten einer Propaganda-Welle gegen AKWs. Ich hatte nicht das Gefühl, dass den Aktivisten etwas an den verstrahlten Teilen Japans lag. Sie nutzten die Situation dort  für ihre eigenen Zwecke und das erzeugte so viel Wut und Ärger in mir. Als hätte ein geliebter Mensch Lungenkrebs und statt ihm zu helfen wieder gesund zu werden, versuche man ein Zigarettenverbot einzuführen.  Nicht das letzteres an sich verwerflich ist, nur fühlte ich mich als wären die Prioritäten verschoben.

Jetzt sind wir hier, ein Jahr später und trotz aller Schwarzmalerei geht das Leben, auch in Japan, weiter. 

Ich unterstütze Japan auf meine Weise. 

Mein Flug ist gebucht.

Montag, 12. Dezember 2011

Japan: Hateruma, die südlichste Insel Japans

Der Bus der Kabira-Line setzte mich direkt vor dem Fähren-Terminal von Ishigaki ab. Es gibt insgesamt drei Möglichkeiten von hier aus die Insel Hateruma zu erreichen:
  1.  Mit der Fähre von Anei-Kanko ist man in ca. 1h (je nach Seegang) auf Hateruma. Der One Way Preis sind 3000 Yen, Hin- und Retour kostet es nur noch 5700 Yen. Auf dieser Seite (nur Japanisch) sieht man ob die Fähre läuft. 波照間 steht für Hateruma und das deutlich rot markierte 欠航 für eine abgesagte Fährenverbindung.
  2. Mit der schönen, großen Katamaran Fähre von Hateruma Kaiun (leider seit 30.11.11 keine Webseite mehr vorhanden). Sie ist etwas teurer als Anei-Kanko, aber endlos angenehmer. Vor allem wenn man leicht seekrank wird. Der Counter ist etwas versteckt, am besten von der Touristeninfo im Terminal zeigen lassen. 
  3. Mit einem Charterflug oder Privatjet. Der reguläre Flugverkehr wurde vor ein paar Jahren eingestellt, aber in der Hauptsaison bringen einige Flieger auch Gruppen an Touristen hierher.
Die meisten Menschen kommen wegen dem absolut traumhaften Nishihama (West-Strand) nach Hateruma, und weil es die südlichste bewohnte Insel Japans ist.
Die unglaublichen Farben des Nishihama auf Hateruma (Iriomote ist im Hintergrund sichtbar)
In meinem Fall war jedoch der südlichste Punkt (bewohnte) Punkt Japans die Hauptanziehung. Selbstverständlich hatte ich da den Nishihama noch nicht gesehen!
Dieser Stein markiert den südlichsten (bewohnten) Ausläufer Japans
Aber fangen wir von vorne an. Mit der Anei-Kanko Fähre setzte ich nach Hateruma über. Leider durften wir aufgrund hoher Wellen nicht draußen sitzen, aber zum Glück war es doch nicht so schlimm. Ich fixierte den Horizont und in kürzester Zeit war ich schon auf Hateruma. Am Hafen erwartete mich bereits die Chefin meiner Unterkunft und brachte mich zum ihrer kleinen Pension namens Urizun-ya.

Die Pension wurde vom Besitzer selbst gebaut (man sieht Bilder dazu auf obiger Webseite) und ist definitiv nichts für Leute die verschließbare Türen brauchen. Mein "Zimmer" bestand aus einem mit Shoji-Türen begrenzten Raum (der dafür sehr groß war) mit einem Tischchen, ein paar Kleiderhaken auf einem Kleiderständer und meinen Futons. Wie ich später erfuhr gibt es auch zwei Zimmer mit Türen, aber ich habe keinen Blick hinein geworfen.

Ich hielt mich aber nicht länger in meiner Bleibe auf, da ich das schöne Wetter nutzen wollte. Ich ließ meinen Monsterkoffer im Zimmer (wer sollte hier auch schon was klauen) bei offenen Türen (zum durchlüften) stehen, packte mein Kamerazeugs und schnappte mir eins der Fahrräder.
Karte von Hateruma © Ishigaki City Tourism
 Meine Pension war gleich ums Eck vom Mini Store Banare auf der Karte und Nishihama nur ca. 5 Minuten entfernt. Vorausgesetzt man verfährt sich nicht, so wie ich. Dann dauert es etwas länger... Nishihama ist gleich neben dem Hafen und eigentlich sehr leicht zu finden.

Die Farben des Meeres, kombiniert mit den dunklen Flecken der Riffe und dem strahlenden weiß des Strandes sind einfach unbeschreiblich schön. Es ist kaum zu glauben, dass dieses kleine Fleckchen Paradies tatsächlich noch zu Japan gehört. Das Wasser ist absolut glasklar und bunte Fische schwimmen auch im flachen Wasser herum.
Auch unter der Oberfläche hat das Wasser eine bestechende Farbe
Blick von der Hafenmauer (inkl. Wellenbrecher) über die Koralleninseln von Nishihama
Und noch einmal Nishihama ohne Hafenmauer
Am Strand waren erstaunlich wenig Menschen. Einige wateten ins Meer und man konnte sehen, dass auch nach 20 Metern und mehr das Wasser nur knapp übers Knie ging. Sicher auch ein absoluter Traum zum Schnorcheln, sobald man etwas weiter draußen ist und zu den Koralleninseln kommt, aber heute war erst einmal Sightseeing angesagt. Übrigens gibt es auch eine Umkleidekabine am Strand und Wasser zum trinken oder Abspritzen.

Als nächstes ging es weiter nach Westen zum Hamazaki. Der Strand zieht sich von Nishihama weiter ums Eck und wer etwas Abgeschiedenheit mag, ist hier sehr gut aufgehoben. Leider ist die Farbe des Meeres nicht mehr so intensiv, dafür sorgen einige malerische Inselchen für einen guten Blickfänger.
Blick von Hamazaki in Richtung der Biegung hinter er sich Nishihama versteckt
In dem Grünzeug rund um den Strand wimmelte es nur vor schönen Schmetterlingen und auch Eidechsen. Außerdem fand ich auf einer angespülten oder vergessenen Tasche einen Gecko.
Ishigaki Eidechse (Eumeces stimpsoni bzw. Plestiodon stimpsonii)
Radena similis
Ein kleiner Gecko
Weiße Baumnyphe (Idea leuconoe)
An Zuckerrohrfelder ging es dann weiter nach Süden zum Hamashitan Hain.
Zuckerrohr ist DAS Produkt von Hateruma
Der Strand beim Hamashitan ist auch nicht schlecht!
Das Highlight sind aber die knorrigen Bäume die sich über die Felsen zum Meer schwingen.
Der nächste Strand war bei Kezaki und auch dort traf ich auf keine Menschenseele. Der Strand ist von beiden Seiten von Felsen umschlossen und nicht so fein, allerdings unheimlich romantisch.
Korallenstrand von Kezaki
Malerischer kleiner Strand auf Kezaki
Zufahrtsweg zum Strand mit einer Gewöhnlichen Rose (Pachliopta aristolochiae)
An diesem Punkt erkannte ich, dass ich den südlichsten Punkt leider nicht schaffe, wenn ich noch den Sonnenuntergang vom Nishihama sehen möchte. Die Sonne geht auch hier im Süden nämlich bereits um 18:00 herum unter und das auch noch ziemlich flott.

Da ich nicht durch das Mini-Städtchen im Zentrum der Insel fahren wollte, folgte ich der auf der Karte grün markierten Straße, die nicht direkt der Küste folgt. Ich kam am sehr schmächtigen Leuchtturm vorbei und folgte dann einem schönen Weg wieder Richtung Norden. Der Osten der Insel ist komplett anders als der Westen. Anstelle von Zuckerrohrfeldern findet man viel Weideland für die Ishigaki Rinder, sowie einige angebundene Ziegen.
Straße nach Norden an der Westküste von Hateruma
Eine der vielen Ziegen auf Hateruma
Umlegbare Windräder im Norden von Hateruma
Als ich Nishihama erreichte wurde es auch schon langsam Zeit. Zusammen mit einigen anderen suchte ich mir einen netten Platz und genoss das Schauspiel.
Abendstimmung am Nishihama
Noch einmal kommen die schönen Farben des Meeres hervor
Goldener Sonnenuntergang am Nishihama
Bald nach dem letzten Bild verschwandt die Sonne jedoch hinter den Wolken. Die Show war vorzeitig beendet worden. Auf dem Weg retour zur Pension traf ich noch auf diese haarigen Gesellen. Sie ließen die Fotos gnädig über sich ergehen, aber streicheln war leider nicht drin.
Streunende Tigerkatze auf Hateruma
Bis dahin und nicht weiter!
Jetzt reicht es aber mit den Fotos!
Auch wenn es so hell aussieht, das war nur dank meiner tollen Kamera! Als ich bei meiner Pension ankam (ich hatte den Sohn der Familie unterwegs getroffen, sonst hätte ich mich schon wieder verirrt) war es auch schon Zeit fürs Abendessen (und stockdunkel)!
Abendessen im Urizun-ya
Das Essen war einfache aber sehr leckere Hausmannskost und üppig genug für jemanden der vergessen hatte zu Mittag zu essen. Ich war der einzige Gast an dem Abend, also checkte ich nur mehr meine Mails am Gästecomputer und ging dann in mein Zimmer um den nächsten Tag zu planen, bevor es relativ früh ins Bett ging.

Mittwoch, 16. März 2011

Japan: Ishigaki - Naha - Tokyo - Seoul - Wien

Nachdem Freunde und Verwandte mich gebeten hatten meinen Rückflug nach Hause wenn möglich nicht über Tokyo zu tätigen, habe ich testweise aus Ishigaki bei der Austrian anrufen lassen, ob eventuell auch ein Rückflug mit der Lufthansa ab Osaka möglich wäre. Die lapidare Antwort: Sicher, ich müsste meinen AUA Flug stornieren und mir ein neues Flugticket kaufen. Sind ja zwei verschiedene Fluglinien auch wenn sie zur selben Fluggesellschaft gehören... so wie das ganze sich in Österreich darstellt, hätte ich doch etwas mehr Unterstützung erwartet.

Goodbye Ishigaki


Himmel über den Yaeyama Inseln

Also blieb mir nichts anderes übrig als auf die japanischen Nachrichten zu vertrauen mit der Hoffnung das das erwartete große Nachbeben nicht gerade während meines kurzen Aufenthalts in der Kanto-Gegend stattfindet. Ab Naha ging es dann mit dem vollgepackten, großen Pokemon Jumbo der ANA Richtung Tokyo.

Pokemon Jumbo der All Nippon Airways
Der Flug verlief ohne Probleme. Sobald wir das "Festland" erreichten verdunkelte sich der Himmel und als wir uns Tokyo näherten sanken wir in ein Wolkenmeer. Unter den Wolken nur noch mehr Wolken. Mit kurzer Verspätung landeten wir dann jedoch am Haneda Flughafen in Tokyo.

Bewölkter Himmel über Tokyo
Am Flughafen rief ich dann zuerst meine Freundin R. an um ihr zu sagen das ich gut gelandet bin und damit sie bitte meinen Freund und damit meine Familie informieren kann. Nachdem ich meinen Koffer geschnappt hatte ging es in das Gewühl des Flughafens. Sehr viele Menschen versuchten Hotels zu buchen, aber zum Glück hab es vor dem Airport Limousine Bus Automaten nur eine kurze Schlange. Die Abholung bzw. Zustellung zu Hotels in Tokyo und Umgebung war zwar ab 14:00 eingestellt worden, der Verkehr zwischen den Flughäfen und zum Tokyo und Yokohama City Air Terminal verlief aber planmässig.

Im Bus musste ich mir die ganze Zeit anhören wie ein junges Mädel erzählte, dass sie von ihren Eltern nach Canada zurückbeordert wurde, obwohl sie eigentlich sicher im Süden Japans verweilt hatte. Sie schaffte es tatsächlich die ganze Fahrt auf den älteren Herrn neben sich einzureden als würde die Welt auf der Stelle untergehen... die Japaner rundherum schliefen meistens, es befanden sich sehr viele Familien im Bus, hauptsächlich solche mit einem japanischen und einem ausländischen Elternteil. Wer konnte versuchte also tatsächlich mit seiner Familie das Land zu verlassen.

In Narita angekommen wartete ich auf den Hotelbus und war dann endlich im Tobu Narita Airport (vormals Holiday Inn), wo ich beim einchecken gleich darüber informiert wurde, dass am nächsten Tag vermutlich ab 6:00 früh der Strom abgedreht wurde. Da in der Kanto-Region der Strom knapp wird, gibt es alle paar Stunden Stromabschaltungen. Nachdem ich mich versichert hatte, dass das den Flughafen nicht betrifft ging ich in mein Zimmer und stöpselte mich zuerst einmal ans Internet, wo ich mit meinem Freund und meiner Mutter chattete. Erst nachdem die Austrian Maschine aus Wien gestartet war legte ich mich kurz schlafen. Der Wecker war schon mal auf 05:30 morgens gestellt. Den Koffer hatte ich vorher schon runtergebracht, da ich ihn notfalls nicht 8 Stockwerke hinunter tragen wollte.


Info des Hotels über die Stromabschaltung

Morgens verlief alles nach Plan und nach einem kurzen Frühstück (in der Nacht war noch ein Zettel auf Englisch und Japanisch unter der Tür durchgeschoben worden, dass die Abschaltung erst um ca. 6:20 beginnen sollte), war ich um 06:30 bereits wieder im hoteleigenen Shuttlebus zum Flughafen. Die AUA hatte mich per E-Mail über den früheren Start informiert und gebeten früh am Flughafen zu sein. Das ich trotzdem früh dran war, war mir klar, als dann aber bereits die Lufthansa für ihrem zwei Stunden später startenden Flieger das Check-in begann und sich mir bei der AUA immer noch folgendes Bild bot, begann ich doch etwas zu schwitzen.

Leere AUA Schalter am Flughafen Narita
Vor allem weil sich auf der anderen Seite bereits elend lange Schlangen bildeten vor den Ticketverkaufschaltern.

Schlangen vor den Ticketverkaufsschaltern im Terminal 1
Nach einigem Herumfragen konnte mir eine Lufthansa Dame sagen, dass die Leute von der AUA um 9:25 da sein sollten, aber vermutlich heute ein bisschen früher kommen... wenn man bedenkt, dass der Check-in um 10:45 schließen sollte, doch etwas knapp um danach noch durch die Security rechtzeitig zum Flug zu kommen... kurz vor 9:00 wurden dann die Schalter doch noch besetzt. Auf meine Nachfrage wurde mir bestätigt, dass der Flug überbucht war, aber in der Business noch Plätze frei seien. Ein gratis Upgrade wollte mir dann aber doch nicht gönnen (fragen darf man aber noch).

Nachdem ich endlich meinen Koffer los und mein Ticket in der Hand hatte, hatte ich nicht mehr wirklich die Muse einkaufen zu gehen, obwohl ich nicht wusste wann sich wieder einmal die Möglichkeit bieten würde herzukommen. Außerdem war ich müde. In der Nacht war ich drei Mal von Erdbeben geweckt worden. Ich ging zu einem der Telefone und rief meinen Freund an um ihm zu sagen, dass ich nun eingecheckt war und alles okay ist. Erstaunlicherweise lief meine 100 Yen Münze einfach nicht aus. Die Telefonate ins Ausland, zumindest über die Vorwahl 001 010 +Landesvorwahl waren am 15. März von den öffentlichen Telefonen in Narita (und vermutlich auch anderswo) kostenlos. Eventuell einen Versuch wert, wenn man in Japan ist.

Danach ging ich gleich zu meinem Gate. Das Internet am Flughafen war auch komplett auf gratis umgestellt (also nicht nur bei den gratis Google WiFi Terminals), allerdings sehr zäh. Nach einem weiteren kurzen Anruf blieb nur mehr das Warten auf das Flugzeug. Relativ pünktlich landete es und mit nur geringer Verspätung startete die OS052 nach Seoul. Die Crew an Board sah ziemlich müde aus, war aber gut aufgelegt und erzählte mir, dass einige Plätze frei bleiben würden, trotz Überbuchung, weil es wieder nicht alle zum Flughafen geschafft hatten.

Der Flug selbst war soweit wie möglich angenehm. In Seoul wurde die Crew gewechselt und das Flugzeug aufgetankt. Über Peking, die Mongolei, Sibirien, Moskau und Warschau ging es dann nach Hause. Ich setzte mich um und hatte dann den Platz neben mir frei, also ringelte ich mich ein und schlief dann immer fast vier Stunden tief und fest. Kurz vor 19:00 landete die Maschine dann in Wien. Da ich in der letzten Reihe saß war ich die Erste an der Tür, wurde aber von einem Polizisten gestoppt. Unten wurde doch tatsächlich ein Strahlungsmeßgerät aufgebaut. Jeder von uns ging einzeln hinunter, mußte sich um 360° drehen und wurde dann von der Feuerwehr fotografiert. Danach ging es erst in den dahinter stehenden Bus.

Strahlenkontrolle bei Ankunft in Wien

Danach hieß es erst einmal lange, lange warten. Da unser Gepäck vermutlich ebenfalls auf Verstrahlung getestet wurde, ließ es sich ziemlich lange nicht blicken. Als es dann endlich doch rauskaum wurden die Ankünftler, vor allem die armen Japaner die auf Wien-Reise hier waren und nicht wussten wie ihnen geschah, von den Medien erwartet.
ORF, Servus TV, und was weiß ich war alles da. Mein Freund schnappte mich schnell und in Nullkommanichts waren wir aus dem Trubel verschwunden. Endlich daheim. Jedoch mit einem schlechten Nachgeschmack.

Ankunft am Wiener Flughafen, die Presse wartet bereits

Montag, 14. März 2011

Japan: Uehara-Oohara-Ishigaki

Heute Morgen hieß es wieder einmal früh aufstehen. Da ich das Auto in Oohara gemietet hatte, wollte ich es auch wieder zurückbringen (obwohl ich es für 1500 Yen auch in Uehara abgeben hätte können). Zum ersten Mal begrüßte mich die Morgenröte und das Wetter versprach das schönste bisher auf der Insel zu sein. Frühstück sagte ich ab, da mein Magen so früh noch nicht dafür bereit war und verabschiedete mich noch von der residenten Katze.
Katze der Pension Hoshi no Suna
Kaum hatte ich den ersten Hügel erreicht, erwartete mich dahinter folgender Anblick.
Blick auf das Hinterland
Ich wünschte wirklich ich hätte jetzt wo ich endlich gesund war und das Wetter sich endlich gebessert hatte länger bleiben können. Iriomote zeigte sich von seiner schönsten Seite und ließ mich den festen Entschluss fassen auf jeden Fall wieder hierherzukommen.
Der Hafen von Funaura
Blick von der Funaura Brücke aufs Hinterland
Blick auf den Hinai-Wasserfall von der Funaura Brücke
Mangrovenwald am Ufer einer Flussmündung
Schlangenweihe (Spilornis cheela perplexus)
Straße im Morgennebel mit einem Warnschild für die Iriomote Wildkatze
Blumen am Straßenrand
Reisfelder auf Iriomote
Nakagawa Fluss knapp vor Oohara
Knapp vor 10:00 erreichte ich planmäßig Oohara und gab nach dem Volltanken meinen Mietwagen ab. Bevor ich überhaupt Luft holen konnte saß ich schon im Shuttlebus zum Hafen, wo die Fähre bereits angelegt hatte. Schnell kaufte ich ein Ticket und bevor ich es mich versah legte das Schiff bereits ab und die Umrisse von Iriomote verschwanden am Horizont. Irgendwie war alles zu schnell gegangen...

In Ishigaki nahm ich das Taxi (1030 Yen zum Flughafen) statt dem Bus (200 Yen), da ich einfach nur mehr alles schnell hinter mich bringen wollte. Immerhin lag ja die ungewisse Rückreise über Tokyo vor mir.

Samstag, 5. März 2011

Japan: Seamen's Club Ishigaki Resort Hotel in Kabira

Normalerweise mache ich kaum eigene Beiträge für Hotels und diesmal ist es eigentlich auch nicht anders, da ich nicht das Hotel sondern die nähere Umgebung des Hotels zeigen möchte. An diesem Tag nämlich geschah etwas besonders: in der Früh ging die Sonne auf!

Sonnenaufgang vom obersten Stockwerk des Hotels aus gesehen.
Ich hatte mir jeden Tag auf Ishigaki den Wecker gestellt und bisher vergeblich. Diesmal reichte ein Blick auf die in goldenes Licht getauchten Mangroven vor meinem Fenster und schon war ich mit meiner Kamera im oberen Stockwerk des Hotels aus dem man einen guten Rundumblick auf die Umgebung hat.
Die Straße nach Kabira im Morgenlicht
Die Gegend sah absolut traumhaft aus. Das Grün leuchte strahlend und satt und mein Herz ging geradezu auf. Seltsam das so zu schreiben, aber so war es. Obwohl ich in den vorhergehenden Tagen viel gesehen hatte, wenn die Sonne strahlt ist es so als wäre man an einem komplett anderem Ort.
Die Berge, die das Hotel umgeben
Blick über die Mangroven zum Ishigaki Seaside Hotel
Als nächstes ging es hinunter zum Sukuji Beach, aber die Bäume hielten die Sonne noch davon ab den Strand zu bescheinen.
Die linke Seite des Sukuji Beach
Bildausschnitt der Anlegestelle am Sukuji Beach
Blick auf das Ishigaki Seaside Hotel vom Sukuji Beach. Auf der Halbinsel mit den Hügeln ist der Club Med Kabira.
Das Meer...
Essig für Quallenverletzungen am Erste Hilfe Häuschen des Sukuji Beach
Im Sommer gibt es am Sukuji Strand ein Netz gegen Quallen, aber außerhalb der Saison, kann es schon passieren, dass man gestochen wird. Für den Notfall gibt es aber Essig, dass man sich dann sofort über die Wunde schütten soll als Erste Hilfe Maßnahme.

Retour beim Hotel verschlang ich schnell mein Frühstück, packte meine Sachen und checkte aus. Da es noch eine halbe Stunde bis zum nächsten Bus war, packte ich meine Kamera und ging zum ersten Mal in den Park des Hotels. Ich hatte das bisher für einen Parkplatz gehalten, da es am Abend beleuchtet war und deswegen keinen zweiten Blick darauf geworfen.
Marine Club des Seamen's Club Ishigaki Resort Hotels
Der Park stellte sich als absolutes Naturparadies heraus! Hier einige Eindrücke meines kurzen Spaziergangs.
Purpurreiher (Ardea purpurea) im Landeanflug
Purpurreiher (Ardea purpurea) in den Mangroven
Blick über ein Schilf-Feld zu den Bergen
Durch mich aufgescheuchter Mittelreiher (Ardea intermedia)
Purpurreiher (Ardea purpurea)im Flug
Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)
Wildgans im Flug
Wer entdeckt sie? Treron formosae medioximus bzw. Sphenurus formosae medioximus
Gelb-kehlige Ammer (Emberiza elegans)
Blick über den Park zum Hotel. Zum Vergleich, so sah das Hotel bei meiner Ankunft aus!
Kleiner Teich am Rande des Parks
Die rosa Pünktchen sind Krötenlaich, die gleiche Kröte, die auf Yonaguni gejagt wird, da sie den Lebensraum von anderen Tieren einnimmt. Wie man sieht, vermehrt sie sich massig.
Blaumerle (Monticola solitarius) am Baumstumpf
Mangroven-Samen
Wie man sehen kann ein absolutes Paradies für "Birder" bzw. Vogelbeobachter. Ich wäre am liebsten noch geblieben, aber da ich weiter nach Hateruma musste, blieb mir nichts anderes übrig als dieses kleine Paradies zurückzulassen. Der Bus wartete schon, als ich auf den letzten Drücker hinrannte. Schon hieß es auf Wiedersehen sagen. Ich war wieder unterwegs.

Resourcen:
Mein Single Room im Hotel kostete mich inkl. Frühstück 4500 Yen in der Nebensaison. Mit 14m2 nicht gerade ein Zimmer in dem man sich lange aufhalten will, aber absolut in Ordnung und sehr sauber.
Hier noch die Subseite des Gartens mit einem schönen Blick über das Areal.

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